Der Ornithologe (2016)

Regie: João Pedro Rodrigues
Original-Titel: O Ornitólogo
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Drama
IMDB-Link: O Ornitólogo


Fernando, ein Ornithologe, paddelt in einem Kajak durch eine wundervolle Wald- und Flusslandschaft und beobachtet Vögel. Durch eine Unachtsamkeit gelangt er in Stromschnellen und ertrinkt beinahe. Gerettet wird er von zwei chinesischen Pilgerinnen, die eigentlich auf dem Jakobsweg sein möchten, sich aber verirrt haben. Ab hier wird’s krude. Die Chinesinnen, die ihn zunächst so freundlich versorgt haben, fesseln Fernando nun halbnackt, hängen ihn an einen Ast und drohen mit seiner Kastration, er entkommt, stößt auf einen stummen Ziegenhirten, der Milch aus den Zitzen seiner Ziegen trinkt, und hat mit ihm eine homoerotische Szene, die nicht gut ausgeht, er versorgt eine weiße Taube mit gebrochenem Flügel, die dann doch wieder fliegen kann und ihm nun unentwegt folgt und zu guter Letzt schwatzt er noch ein wenig mit barbusigen Amazonen, die im Wald mit Gewehren jagen. Laut diverser Quellen ist der Film eine Annäherung oder auch nur Anspielung auf das Leben des Heiligen Antonius von Padua.

Schwierig, schwierig. Einerseits sind schöne Naturaufnahmen zu betrachten (sicherlich eine ganz große Stärke des Films, phasenweise habe ich mich da an „Into the Wild“ von Sean Penn erinnert gefühlt), andererseits  wirkt das Spiel der Darsteller teilweise hölzern, und der  Film ist für mich in all seinen Anspielungen und Absurditäten eigentlich nicht entschlüsselbar. Die Parallelen zu und Anspielungen auf Antonius von Padua habe ich nicht gesehen, aber gut, dazu benötigt es wohl auch einen kirchengeschichtlich versierteren Zuseher als mich. Insgesamt fand ich die erste Hälfte des Films zwar schön anzusehen, aber auch ziemlich fad, wohingegen durch die immer absurderen Situationen und Bilder für mich der Film mit der zweiten Hälfte noch mal deutlich zugelegt hat. Da habe ich mich zum Teil auch an Andrei Tarkowskis Meisterwerk „Stalker“ erinnert gefühlt, wobei „Stalker“ für mich der deutlich bessere und stringentere Film ist. Viel mehr als eine durchschnittliche Wertung für den vögelnden Ornithologen ist für mich daher nicht drin, dazu bleibt mir der Film zu distanziert und fremd.


5,5
von 10 Kürbissen

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