Wege zum Ruhm (1957)

Regie: Stanley Kubrick
Original-Titel: Paths of Glory
Erscheinungsjahr: 1957
Genre: Anti-Kriegsfilm, Drama
IMDB-Link: Paths of Glory


Der Erste Weltkrieg, ein Schützengraben, zitternde Männer, dahinter ein Hügel mit feindlichen Stellungen, ein geltungssüchtiger und karrieregeiler General, ein völlig sinnloser Befehl zu einem Ausfall, und die Männer sterben wie die Fliegen. In drastischen Bildern zeigt Stanley Kubrick in seinem vierten Film, der ihm den endgültigen Durchbruch brachte, die Sinnlosigkeit des Sterbens im Krieg auf. Die eigentliche Geschichte entspinnt sich aber nach der gescheiterten Offensive, als der General, um seinen eigenen Kopf zu schützen, die Verantwortung abwälzen möchte und drei einfachen Soldaten als Sündenböcke den Prozess machen möchte. Diese werden hingerichtet, sofern sie des Vorwurfs „Feigheit vor dem Feind“ schuldig gesprochen werden. Der von Kirk Douglas gespielte Colonel Dax bemüht sich nach Kräften, die drei wahllos ausgewählten Männer vor dem Tribunal zu vertreten. So wird in der zweiten Hälfte des Films aus dem Anti-Kriegsfilm gleichzeitig ein Justizkrimi. Doch im Krieg gelten andere Gesetze als jene der Menschlichkeit.

„Paths of Glory“ ist ein Film, der den Zuseher aufrüttelt und erschüttert. Man möchte schreien angesichts der würdelosen Farce, die den Soldaten mitgespielt wird. Die Ordensträger bringen ihren Arsch bequem in Sicherheit, doch die einfachen Männer, die aus den Launen des Schicksals und ihrer „Volksvertreter“ in den Rachen des Krieges geworfen wurden, haben nicht den Funken einer fairen Chance. Kubrick beschönigt nichts. Wenn das Artilleriefeuer in der Nacht für einen kurzen Augenblick die aufgerissene Landschaft zeigt, die von verstümmelten Leichen übersäht ist, hält er voll drauf. Er schwenkt auch nicht weg, wenn einer der Soldaten, die sinnlos hingerichtet werden sollen, den Verstand verliert und mit dem Kopf gegen die Wand rennt. Er scheint sich an uns, die Zuseher, wenden zu wollen, um zu sagen: „Das ist Krieg. So sieht er aus. Seht nicht weg, denn ihr da draußen in euren gemütlichen Sofas und Kinosesseln tragt die Verantwortung, dass so etwas nie wieder passiert.“


8,0
von 10 Kürbissen

2 Kommentare

    1. Ich muss ja hier ein bisschen auffüllen. ;-) „The Killing“ kenne ich seit diesem Herbst, als bei uns in Wien das Gartenbaukino dankenswerterweise eine Kubrick-Werkschau veranstaltet hat und ich daher meine Lücken schließen konnte. „The Killing“ ist für mich ein weiteres Meisterwerk. Ein sehr schwarzhumoriger Film Noir mit tollen Schauspielern. Solltest du dir bei Gelegenheit echt mal geben, der zahlt sich aus.

      Gefällt 1 Person

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