Logan – The Wolverine (2017)

Regie: James Mangold
Original-Titel: Logan
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Action, Science Fiction, Thriller
IMDB-Link: Logan


Mittwochabend. 20:15 Uhr. Es ist angerichtet, die Sitze sind bezogen, das Popcorn ist bereit. Jetzt noch eine halbe Stunde Werbung, dann geht es los. Man ist durchaus skeptisch angesichts der Berichte aus den Vorwochen. Noch nie hat eine Mannschaft ein 0:4 in der Champions League-K.O.-Phase umgedreht.

Und los. Keine drei Minuten sind durch, schon liegen die ersten zerfetzten Leichen rund um den Luxus-Schlitten, mit dem sich Logan, ehemals Wolverine, seine Brötchen als Chauffeur verdient. Luis Suarez trifft zum 1:0 für Barcelona gegen eine indisponierte Pariser Abwehr. Nach diesem Auftakt ist alles angerichtet, die Geschichte entwickelt sich, Barcelona drückt an, Logan auch. Düstere Zeiten drohen: Barcelona vernebelt eine Chance nach der anderen, Professor Xavier ist ein uralter, seniler, tablettensüchtiger Mann, die Mutanten wie ausgelöscht von der Erde. Kurz vor Halbzeit: Dramatisches geschieht. Ein Eigentor zum 2:0. Logan und Xavier treffen auf ein junges Mädchen, das interessante Fähigkeiten besitzt. Ein schönes Gemetzel vor der Pause. Zur Halbzeit wissen wir: Hier wird mehr geboten als erwartet.

Kurz nach der Pause: Elfmeter. Messi verwandelt sicher zum 3:0. Hoffnung kommt auf, dass das Superhelden-Genre mit „Logan“ einen unerwarteten und erfrischenden Beitrag erhält. Dann aber der Schock: Im zweiten Drittel des Films wird es richtig düster und emotional heftig. Cavani schießt das 1:3. Barcelona müsste jetzt schon 6:1 gewinnen. Aber gehen die Lichter tatsächlich aus? Nein! Logan und Barcelona halten dagegen und in einem dramatischen, herzerweichenden Finish scoren zweimal Neymar und einmal Sergi Roberto zum unmöglich gehaltenen 6:1 und Logan macht das für unmöglich Gehaltene war: Die X-Men werden erwachsen und erhalten ein brutales, blutiges und unfassbar trauriges Requiem. Am Ende feiert Barcelona das Wunder, die Spieler fallen sich in die Arme, während auf einem anderen Schauplatz ein hölzernes Kreuz in der Erde steckt und man weiß, dass man Zeuge eines historischen Ereignisses wurde. Nein, nicht vom Aufstieg Barcelonas, sondern vom Abgesang der Superhelden-Filme. Ganz groß. Ich war froh, im Kino gewesen zu sein und nicht vor dem Fernseher.


8,0
von 10 Kürbissen

6 Kommentare

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