Die Schöne und das Biest (2017)

Regie: Bill Condon
Original-Titel: Beauty and the Beast
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Fantasy, Liebesfilm, Musikfilm / Musical
IMDB-Link: Beauty and the Beast


Ladies Night im Artis Cinema. „Die Schöne und das Biest“. Und ich, männlich, den Altersschnitt deutlich anhebend, mitten drin. Weil: Kindheitserinnerungen. Und: Emma Watson. Plus ein Cast, der sich bis in den kleinsten Nebenrollen gewaschen hat: Ewan McGregor. Ian McKellen. Emma Thompson. Kevin Kline (den ich bis zum Schluss nicht erkannt habe). Stanley Tucci. Luke Evans (ein stimmlich und schauspielerisch herausragender Fiesling Gaston). Doch wie ist „Die Schöne und das Biest“ nun? Kommt die Realverfilmung von Bill Condon an den Trickfilmklassiker der 90er Jahre heran? Eines gleich mal vorweg: Wer den Zeichentrickfilm liebt, muss sich vor der Realverfilmung keineswegs fürchten. Im Gegenteil: Alle Zeichentrickfans, die mit mir im Kino waren, waren begeistert von diesem prunkvoll inszenierten Spektakel. „Die Schöne und das Biest“ ist kein Film der leisen Töne – hier wird so richtig protzig aufgetragen, man singt sich die Seele aus dem Leib. Dass diese dennoch nicht in der Luft verschwindet, sondern an einem Faden festgehalten wird, ist eben dem gewaltigen Cast zu verdanken, der (in den meisten Fällen ausschließlich als Sprechrollen und mit Gesang) jeder Figur Leben einhaucht und für den einen oder anderen lockeren Moment sorgt. Das Herzstück des Films ist aber Emma Watson als Belle. Ich muss gestehen, dass ich die erste Gesangsnummer gebraucht habe, bis ich mich an sie an Belle gewöhnt hatte, denn Emma Watson spielt sie nicht als unschuldiges, naives Liebchen, sondern verleiht der Figur eine Stärke und Unabhängigkeit, die ich erst mit den Erinnerungen an die Figur aus dem Zeichentrickfilm zusammenbringen musste, aber dann durchwegs genießen konnte. Belle ist durch Watsons Darstellung eine emanzipierte und moderne Frau geworden. Der neue Anstrich steht dem Disney-Klassiker sehr gut. Natürlich ist der Film nicht frei von Schwächen. Die CGI sieht manchmal ein bisschen daneben aus. Die Wölfe zum Beispiel. (Offenbar gehören Wölfe generell zu den größten Herausforderungen der Visual Effects Departments, an denen man regelmäßig scheitert.) Und oft wurde mir persönlich bei den Gesangs- und Tanznummern ein bisschen zu dick aufgetragen. Dass ich da nicht immer 100%ig mitgehen konnte, liegt aber auch daran, dass ich nicht unbedingt die passgenaue Zielgruppe für diesen Film bin. Dennoch habe ich mich gerne mitreißen lassen von dieser bunten, melodramatischen Fantasy-Welt. Und bin wieder ein bisschen Kind geworden.


6,5
von 10 Kürbissen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s