Die seltsame Liebe der Martha Ivers (1946)

Regie: Lewis Milestone
Original-Titel: The Strange Love of Martha Ivers
Erscheinungsjahr: 1946
Genre: Drama, Krimi
IMDB-Link: The Strange Love of Martha Ivers


Der zweifach Oscar-gekrönte Regisseur Lewis Milestone inszenierte mit „The Strange Love of Martha Ivers“ einen finsteren Film noir mit hochkarätiger Besetzung. Die undurchsichtige Titelfigur gibt Barbara Stanwyck, Kirk Douglas hat hier seinen ersten (gar nicht heldenhaften) Filmauftritt, aber das Herzstück des Films ist ein großartig aufgelegter Van Heflin als Spieler und etwas windige Gestalt Sam Masterson, den es nach 17 oder 18 Jahren zufällig mal wieder in die alte Heimatstadt verschlagen hat. Flüchten wollte er damals mit seiner Jugendliebe Martha Ivers, die im Haus ihrer reichen Tante unglücklich ist und unbedingt weglaufen möchte. Doch in der Nacht, in der sich Martha und Sam absetzen möchten, kommt die Tante zu Tode – ein Unglück, an dem Martha nicht unbeteiligt ist, was allerdings Sam, der schon Fersengeld gegeben hat, nicht mitbekommen hat. Eben diese 17 oder 18 Jahre später wirbelt die Ankunft von Sam Masterson in der Stadt jede Menge Staub auf. Dabei wollte er einfach nur sein Auto reparieren („Die Straße hat eine Kurve genommen. Ich nicht.“) und stößt dabei auf die geheimnisvolle Antonia „Toni“ Marachek (hocherotisch verkörpert von Lizabeth Scott), die ihm, dem Unnahbaren, dann doch ein wenig den Kopf verdreht – und wie es halt in den alten Film noir-Klassikern so ist: Kaum tritt die schöne Frau auf, geht es erst so richtig los mit den Problemen. Denn dass eben jene gerade gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hat und auf Sams Hilfe angewiesen ist, damit sie nicht für die nächsten fünf Jahre gesiebte Luft atmen muss, führt zu den dramatischen Verwicklungen, in denen Schuld, Abhängigkeit und stetes Misstrauen der Menschen untereinander abgehandelt werden. Natürlich ist der Film aus heutiger Sicht an vielen Stellen arg melodramatisch, vor allem die Dialoge sind – wie oft in jener Zeit – dramaturgisch überspitzt, aber dennoch hat sich der Film die letzten 70 Jahre gut gehalten. Das liegt an der sehr charismatischen und gut spielenden Besetzung und am düsteren, fatalistischen Unterton, und auch wenn am Ende ein Happy End suggeriert wird, weiß man als Zuseher: Dem Frieden ist nicht zu trauen. Denn schlimmer kommt es immer.


7,5
von 10 Kürbissen

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