Dunkirk (2017)

Regie: Christopher Nolan
Original-Titel: Dunkirk
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Drama, Historienfilm, Kriegsfilm
IMDB-Link: Dunkirk


1940. Der Kessel von Dünkirchen. 400.000 britische (fast die gesamte Berufsarmee Großbritanniens) und französische Soldaten sind abgeschnitten von der Heimat und warten am Strand auf Rettung. Mitten drin der einfache Soldat Tommy (Fionn Whitehead), der den Zuseher die nächsten 1,5 Stunden lang durch die spektakulärste militärische Rettungsaktion der Geschichte führt. Es sind einfache Fischer und Segler (darunter der von Mark Rylance gespielte Dawson), die zu Hilfe eilen und über den Ärmelkanal setzen. Über ihnen versuchen britische Kampfflieger wie zB Farrier (Tom Hardy) die Schiffe gegen deutsche Flugzeuge zu beschützen. Es geht hier nicht mehr um den Kampf gegen den Feind, um Heldenmut oder waghalsige Manöver. Es geht um das schiere Überleben. Und das zeigt „Dunkirk“, der neue Film von Christopher Nolan, ohne Kitsch und Pathos (ganz anders als das unsägliche „Hacksaw Ridge“ von Mel Gibson), aber mit nervenzerfetzender Spannung auf. „Dunkirk“ ist ein unkonventioneller Kriegsfilm, da er den Krieg und seine Protagonisten nicht überhöht. Die Luftgefechte zwischen den Kampffliegern sehen unspektakulär aus, ohne dabei an Spannung einzubüßen. Man spürt: Jeder Fehler kann sofort schwerwiegende Konsequenzen haben. Und doch versucht jeder einfach nur, seinen Job zu machen. Die Männer, die hier um ihr Überleben und das der Evakuierten auf den Schiffen kämpfen, sind keine wagemutigen Draufgänger. Sie sind einfach nur Menschen, die schon Vieles erlebt haben und durchleiden mussten, die traumatisiert sind, schweigsam, aber sie tun, was getan werden muss. Was zur Spannung beiträgt, ist der grandiose Soundtrack von Hans Zimmer, in den immer wieder das Ticken einer Uhr eingebaut ist, sowie die nicht chronologische Erzählform. Immer wieder werden Szenen aus verschiedenen Blickwinkeln neu gezeigt – was ich durchaus als Verweis auf die improvisierte und auch chaotische Rettungsaktion verstehe sowie als Metapher für den Verlust des Zeitgefühls der Soldaten, für die sich in ihrer schier aussichtslosen Lage Minuten wie Stunden und Stunden wie Ewigkeiten hinziehen. All das erzählt der Film ziemlich matter of fact. Er überhöht nichts. Gerade deshalb wirkt der Schrecken des Krieges lange nach. Und auch der Film wird lange überdauern und auch künftig in Christopher Nolans ohnehin schon eindrucksvoller Filmografie als eines seiner Meisterwerke herausragen.


8,5
von 10 Kürbissen

3 Kommentare

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