Der Dunkle Turm (2017)

Regie: Nikolaj Arcel
Original-Titel: The Dark Tower
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Action, Fantasy
IMDB-Link: The Dark Tower


Nein! Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein! Aber sowas von Nein!

Ich weißt nicht, was ich da gesehen habe, irgendeinen kruden, leicht dämlichen Fantasy-Action-Film mit wenig Fantasy und wenig Action, aber „Der Dunkle Turm“ war es nicht. Und das, obwohl ich mich im Vorfeld schon von der Erwartungshaltung, dass der Film der epischen Roman-Reihe von Stephen King bzw. zumindest deren Auftakt gerecht werden könnte, verabschiedet habe. Kings dunkler Turm ist für mich nicht weniger als das größte Fantasy-Epos unserer Zeit (sorry, George R. R. Martin, du bist auch ein Wunderwuzzi, keine Frage, aber das Universum von King mit seinen Querverweisen in zwanzig, dreißig weiteren Romanen neben den sieben Hauptromanen steht da noch ein kleines Stück drüber). Aber selbst wenn man akzeptiert, dass „Der Dunkle Turm“ des dänischen Regisseurs Nikolaj Arcel nicht das Geringste mit Kings Geschichte zu tun hat außer ein paar Figuren und dem titelgebendem Turm, so funktioniert er auch als eigenständiger Film nicht. Die Story ist arg verdünnt und bleibt trotzdem konfus (die Motivation der Guten wie der Bösen wird kaum beleuchtet), die Action ist mau und unbefriedigend (vor allem der Showdown ist einfach irgendwas), es entwickelt sich kaum Dynamik zwischen den Figuren, da diese auch kaum Zeit für Entwicklungen haben, da die Story sie recht beliebig durch die Landschaft hetzt. So gut wie nichts wird erklärt, man hat einfach zu akzeptieren, dass es halt da den Turm gibt und dass die Bösen versuchen, ihn einzureißen, um das Universum zu zerstören, und der Gute, na ja, der will eigentlich nur den Bösen killen, weil der seinen Vater gemeuchelt hat, aber das ist es dann auch schon. Dabei hätten die Figuren so viel Potential, wenn man die Vorlage nur ein bisschen genauer gelesen hätte – die dort verankerte Besessenheit von Roland für den Dunklen Turm, die ihn über Leichen gehen lässt (und er macht da keinen Unterschied zwischen Freund oder Feind), die eigentliche Motivation von Jake Chambers, in Rolands Welt zu flüchten, die Figur des Walter O’Dim als treuer Diener des Scharlachroten Königs – was hätte man da noch rausholen können! Geht halt nicht, wenn man die Geschichte als beliebiges Durchschnittsactionhollywooddings konzipiert. Einzig erfreulich waren die Besetzungen von Idris Elba als Roland (ja, der hätte das Zeug zu gehabt, die komplexe Psychologie Rolands darzustellen) und von Matthew McConaughey als Walter, der zwar auch schon bessere Leistungen abgeliefert hat, aber zumindest eine recht unheimliche Präsenz mit sich bringt, die gut zur Figur passt. Der Rest ist Schweigen.

„All things serve the beam.“ Dieser Film leider nicht.


 

3,5
von 10 Kürbissen

2 Kommentare

  1. Die Besetzung ist echt erste Sahne. Daran gibt es nichts zu deuteln. Aber über den Rest muss man einfach schweigen. Der Film ist ja nicht mal mehr eine Literaturverfilmung, wenn man bedenkt wie dick das Buch/Bücher wirklich sind.

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