Sweet Country (2017)

Regie: Warwick Thornton
Original-Titel: Sweet Country
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Drama, Western, Krimi
IMDB-Link: Sweet Country


Das australische Outback in den 20er Jahren. Kein angenehmer Ort. Vor allem nicht, wenn man den Aborigines angehört. Diese werden als Sklaven gehalten. Eine Ausnahme ist hierbei Sam mit seiner Ehefrau Lizzie und seiner Nichte Lucy. Sie leben auf der Farm des Predigers Fred Smith, der sie als gleichberechtigt betrachtet. Nützt ihnen aber auch nichts, als Fred Smith eines Tages in die Stadt muss, und durch eine Verkettung unglücklicher Umstände der rassistische Trunkenbold Harry Marsh, der gerade in die Gegend gezogen ist, einen entlaufenen Aborigines-Jungen bei Sam vermutet und diesen attackiert. Sam hat keine andere Wahl, um sich und seine Frau zu schützen – er erschießt Harry Marsh. Sofort machen sich Sam und Lizzie auf die Flucht ins Outback. „Warum?“, wird er später gefragt werden. „I shot a Whitefella.“ Und damit ist für alle Beteiligten die Schuldfrage ausreichend geklärt. Ein Schwarzer hat einen Weißen erschossen, der Schwarze muss hängen. So sieht das auch der Sergeant der Stadt, der sich dem flüchtigen Ehepaar auf die Fersen heftet. „Sweet Country“ ist eine Mischung aus „12 Years a Slave“, „Quigley, der Australier“ und klassischen Western. Gegen Ende wird er auch noch zum Justizdrama. Nur von einer Australien-Romantik a la „Crocodile Dundee“ ist hier aber weit und breit nichts zu sehen. Das Land ist so unfreundlich wie die Herzen der Männer, die es bevölkern. Und kaum vermeint man einen Hoffnungsschimmer am Horizont zu erkennen, macht der Film wieder eine Wendung hin zum Schlechten. Dabei überdramatisiert der Film sein Thema allerdings nicht. Im Gegenteil. „Sweet Western“ wird sehr nüchtern und zurückhaltend erzählt – manchmal an der Grenze zur Langatmigkeit. Vielleicht hätte man ihn tatsächlich an der einen oder anderen Stelle straffen können, aber im Großen und Ganzen ist er sehr gut gelungen. Dass dermaßen viele ambivalente Fragen aufgeworfen und an den Zuseher zurückgeworfen werden, ohne dass sich der Film anmaßt, eine Antwort darauf vorzuschlagen, ist schon große Erzählkunst.


7,0
von 10 Kürbissen

(Foto: Thimfilm)

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