Patti Cake$ – Queen of Rap (2017)

Regie: Geremy Jasper
Original-Titel: Patti Cake$
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Musikfilm, Komödie
IMDB-Link: Patti Cake$


Die 23jährige Patricia (Danielle Macdonald), genannt Patti, hat kein einfaches Leben. Der Vater ist abgehauen, die Mutter bis an den Rand vollgefüllt mit Erinnerungen an Enttäuschungen und mittelschwere Alkoholikerin, die Oma krank, Geld fehlt an allen Ecken und Enden, auch wenn Patti schon das Gehalt von zwei Jobs beisteuert, und aufgrund ihres Übergewichts wird sie gerne mal als „Dumbo“ verunglimpft. Das alles hält sie allerdings nicht davon ab, gemeinsam mit ihrem guten Freund Hareesh und ihrer neuen Bekanntschaft, „Basterd – The Antichrist“ (ein recht schweigsamer Geselle, wenn er nicht gerade zu dämonischen Klängen die Gitarre würgt und seinen Wut über die Konsumschafe, die die Welt bevölkern, hinausbrüllt), an der Verwirklichung ihres Traums arbeitet, eine angesehene Rapperin zu werden. Das alles klingt nicht besonders neu, ist es wohl auch nicht. Viele Handlungsstränge sind recht leicht vorhersehbar, da sich der Film sehr eng an das Narrativ der Außenseiter-findet-Bestimmung-Story hält, und wenn man dieses mal entschlüsselt hat, kann man eigentlich die Szenen schon vorab ankündigen, ehe man sie gesehen hat.  Was den Film allerdings deutlich über viele andere, ähnlich gelagerte Erzählungen hinaushebt, ist die Titelheldin. Patti Cakes ist nämlich vielschichtig und bewundernswert. Man hätte befürchten können, dass sie als Figur auf einige Klischees zusammengedampft wird, aber sie zeigt, nicht zuletzt dank der großartigen und einfühlsamen Leistung von Danielle Macdonald, alle Register der Menschlichkeit: Stärken wie Schwächen, Gewissenhaftigkeit wie Momente, in denen ihr alles entgleitet, Humor wie Trübsal, Selbstbewusstsein (wenn sie beispielsweise ihren Widersacher in einer Rap-Battle fertig macht) wie große Selbstzweifel. Ihre Geschichte wird zudem charmant erzählt und ist keinen einzigen Augenblick lang langweilig. Und so werden auch Zuseher, die mit Rap wenig bis gar nichts anfangen können (so wie ich) ihre Freude mit dem Film und seiner denkwürdigen Heldin haben, trotz überraschungsfreiem Drehbuch. Respect, Boss Bitch!


7,0
von 10 Kürbissen

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