Suburbicon (2017)

Regie: George Clooney
Original-Titel: Suburbicon
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Komödie, Krimi
IMDB-Link: Suburbicon


George Clooney verfilmt ein Drehbuch der Coen-Brüder mit Matt Damon, Julianne Moore und Oscar Isaac in den Hauptrollen – die Zeitspanne, die ich brauchte, bis ich mich dazu entschlossen haben, diesen Film sehen zu wollen, betrug ungefähr 0,00035 Nanosekunden. Doch wie es oft so ist bei Filmen, an die man eine große Erwartungshaltung heranträgt: Ganz befriedigt verlässt man den Kinosaal dann doch nicht. So auch bei „Suburbicon“. Denn der Film leidet tatsächlich ein wenig an einer ziemlichen Unentschlossenheit, was er denn genau sein möchte: Eine politische Parabel zum Thema Rassismus? Eine rabenschwarze Komödie auf die Schattenseiten des kleinstädtischen Spießbürgertums? Ein Krimi? Eine Satire oder gar eine Groteske? Irgendwie ist von allem etwas dabei. Und auch die Idee, zwei Geschichten gleichzeitig zu verfolgen, nämlich die private rund um den kleinen Nicky, der nach einem Einbruch seine Mutter verliert und in weiterer Folge einige Seltsamkeiten entdeckt, die ihm an seinem Vater und seiner Tante auffallen, und eine öffentliche rund um die erste schwarze Familie, die in das Vorstadtidyll Suburbicon zieht und sich dort Anfeindungen seitens der Nachbarschaft gegenübersieht. Beide Handlungsstränge sind interessant und tragen in sich auch genug Sprengstoff. Doch existieren sie nebeneinander, und da sich die Hauptgeschichte um den privaten Vorfall dreht, geht die Rassismus-Geschichte daneben ein wenig unter, was schade ist, da sie geeigneter wäre, in der Magengrube des Zusehers zu landen. Denn der Einbruch und der Tod der Mutter mit den ungeahnten Folgen und der Eskalation daraus, wenn der Familienvater (Matt Damon) und die Tante (Julianne Moore), beide wunderbar spießig, versuchen, die Fäden, die ihnen entgleiten, doch noch irgendwie zusammenzuhalten, bietet zwar eine unterhaltsame Handlung, allerdings bleibt diese weitgehend überraschungsfrei, wenn man die dahinter liegenden Verflechtungen mal aufgedeckt hat. Anders als die Geschichte rund um die schwarzen Nachbarn. Immerhin findet der Film ein schönes und irgendwie auch verstörendes Abschlussbild, das die Geschichten zusammenführt. Und man geht aus dem Kinosaal mit einer Mischung aus Befriedigung, recht gut unterhalten worden zu sein, und Bedauern darüber, dass der Film sein Potential bei weitem nicht ausgeschöpft hat.


6,0
von 10 Kürbissen

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