Mord im Orient-Express (1974)

Regie: Sidney Lumet
Original-Titel: Murder on the Orient Express
Erscheinungsjahr: 1974
Genre: Krimi
IMDB-Link: Murder on the Orient Express


Ha! Clickbait! Da glaubt ihr vielleicht, ich bespreche den aktuellen Film von und mit Kenneth Branagh, und neugierig seid ihr dem Link hierher gefolgt, und jetzt stellt ihr fest: Nö, ist ja nur der alte Schinken. Aber wenn ihr schon mal da seid, dann könnt ihr auch bleiben – es lohnt sich!

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ Das wusste schon Matthias Claudius. Und das weiß auch bald der Meisterdetektiv Hercule Poirot (Albert Finney), denn aus der illustren Reihe der First Class-Passagiere wacht einer am nächsten Morgen nicht auf. Da kommt es gerade gelegen, dass der Zug gerade in den winterlichen Schneemassen steckengeblieben ist, denn dadurch bleibt Zeit, sich die Gesellschaft vorzuknöpfen – einen nach dem anderen – auf der Suche nach einer Rekonstruktion der Ereignisse dieser lebensverkürzenden Nacht. Denn irgendwie ist die ganze Bagage (nicht Baggage, das allerdings naturgemäß unter Reisenden auch vorkommt) verdächtig und ein ums andere Mal ruft der aufgeregte Signor Bianchi, Direktor der Schlafwagengesellschaft und guter Freund Poirots, aus: „Er/Sie war’s, ganz klar!“ Gut, dass Poirot ermittelt und nicht Bianchi. Die Auflösung am Ende hat mich zwar ein bisschen enttäuscht, aber der Weg dahin ist höchst vergnüglich anzusehen. Das liegt vor allem an Albert Finney, der seinen Poirot liebevoll gerissen und auch ein bisschen verschroben darstellt – eine Art belgischer Columbo, der auch immer nur noch eine letzte Frage hatte. Den Verdächtigen, obwohl rekrutiert aus den größten Stars ihrer Zeit (Lauren Bacall, Ingrid Bergman, Vanessa Redgrave, Sean Connery, Anthony Perkins, Michael York u.a.), bleibt da nur noch die Rolle als Stichwortgeber. Trotz Star-Ensemble ist „Mord im Orient Express“ eine One-Man-Show von Albert Finney. Dennoch ist der Film auch heute noch vergnüglich und unterhaltsam, auch wenn er mittlerweile etwas altbacken und aus der Zeit gefallen wirkt und stellenweise einen Hang zur Behäbigkeit aufweist.

Die Neuverfilmung werde ich mir übrigens nächste Woche reinziehen, und ihr werdet hier davon lesen.


7,0
von 10 Kürbissen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s