Star Wars: Die letzten Jedi (2017)

Regie: Rian Johnson
Original-Titel: Star Wars: The Last Jedi
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Abenteuer, Action, Science Fiction
IMDB-Link: Star Wars: The Last Jedi


Dass der achte Film der Star Wars-Saga (wenn man von dem Intermezzo „Rogue One“ absieht) neue Wege zu gehen versucht, zeigt sich bereits am Titel. Offiziell wird nämlich auf die übliche Nummerierung verzichtet, auch wenn der Film unter Fans natürlich als „Episode VIII“ bekannt ist. Man ist sich allgemein nicht ganz einig, was man von Rian Johnsons Einstieg in die Welt von Star Wars halten soll. Und es überwiegen tatsächlich die eher kritischen Stimmen, denen das typische „Star Wars-Feeling“ abgeht und in dem neuen Film einen beliebigen Weltraum-Kracher mit aufgesetzten, unpassenden Humoreinlagen sehen. Allerdings wird hier meiner Meinung nach eines gern übersehen: Die ersten Star Wars-Filme, beginnend mit Episode IV im Jahr 1978, sind der Inbegriff und Ursprung aller Weltraum-Kracher. „Krieg der Sterne“ hat damals das Science Fiction-Genre neu gedacht und den Standard gesetzt, der jetzt an „Star Wars: Die letzten Jedi“ angelegt wird. Und wenn man sich damit abfindet, dass die Kostüme fast 40 Jahre später eben nicht mehr wie Pyjamas aussehen, also der ganze „Retro-Charme“ durch eine zeitgemäße Optik ersetzt wurde, kann man sich – finde ich – auch mit dem neuen Beitrag zu Star Wars-Universum sehr gut anfreunden. Denn Rian Johnson macht sehr viel richtig. Die Figur des Kylo Ren, der im Vorgängerfilm noch wie ein verunsichertes Kind gewirkt hat, macht eine extrem spannende Entwicklung durch. Kylo Ren wirkt immer noch unsicher (und natürlich, er ist noch immer blutjung), aber ist getragen von einer finsteren Ambivalenz und Unberechenbarkeit. Für diese Figur ist alles offen – er kann zum Superschurken a la Darth Vader reifen, er kann aber auch einen gänzlich eigenen Weg einschlagen. Adam Driver, ohnehin einer meiner Lieblingsdarsteller, legt diese Figur so vielschichtig und interessant an wie kaum eine zweite Figur im ganzen Star Wars-Universum. Aber auch der große Held in „Die letzten Jedi“, Luke Skywalker, ist interessant wie noch nie und bis zum Ende kaum einzuschätzen. In diesen Belangen hebt Rian Johnson den neuen Star Wars-Film über die meisten seiner Vorgänger hinaus. Denn eines muss man schon sagen: So genial und unterhaltsam und wunderbar die alten Star Wars-Filme waren: die Einteilung in Gut und Böse war – vielleicht mit Ausnahme von Lando Calrissian – immer sehr schnell getroffen und klar durchgezogen. Hier die Helden, dort die Schurken. Dem fügt „Die letzten Jedi“ eine neue Dimension hinzu. Und auch die Action ist ausgezeichnet gemacht, der Film ist zudem sehr spannend erzählt. Carrie Fisher, unsere Prinzessin, hat noch einmal richtig viel Screentime. Klar, manche Kritikpunkte wie zum Beispiel, dass sie in einer Szene durchs All fliegen kann, als wäre sie Supermans Kusine, oder dass die Hintergründe vieler Figuren im Unklaren bleiben (Snoke, ein dadurch etwas unmotivierter Bösewicht) oder auch die Kritik am teilweise etwas unvermittelt platzierten Humor kann ich durchaus nachvollziehen und auch teilen, aber für mich sind das kleine Nebensächlichkeiten, die mir nicht gleich den ganzen Film vermiesen. So ist für mich „Die letzten Jedi“ ein gelungener Beitrag zum Star Wars-Universum – kein perfekter Film, das nicht, aber unterhaltsam, spannend und vielschichtig.


8,0
von 10 Kürbissen

4 Kommentare

  1. Sehr interessant, deine Review! Ganz anders als meine :) Immer wieder spannend, zu entdecken, welch unterschiedliche Blickwinkel wir haben. Vorallem beim neuen Star Wars. Im Grunde aber schließe ich mich deiner Meinung an. Von der Bewertung her gehen wir sogar ziemlich konform :)

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  2. Ich habe es sehr ähnlich empfunden. Luke als gebrochenen Helden fand ich sehr spannend. Kylo Ren mochte ich im siebenten Teil überhaupt nicht, jetzt gefiel er mir ganz gut und ich bin schon neugierig, wie er sich entwickeln wird. Leias Flug durch das All empfand ich als Denkmal für Carrie Fisher, insofern war es für mich völlig okay. Rey und ihre Entwicklung mochte ich sehr (Daisy Ridley ist die perfekte Besetzung), ebenso Finn, und Rose ist definitv ein Gewinn, ich hoffe sehr, dass sie im nächsten Teil noch ordentlich Screentime hat. Das typische Star Wars Feeling kam für mich aber erst nach dem etwas enttäuschenden Einstieg auf, dann dafür umso mehr. :-)

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, Daisy Ridley ist super. Überhaupt ist der ganze Cast wirklich gut. Wie gesagt, ich mochte auch den Kylo Ren von Adam Driver von Anfang an, dieses ehrgeizige Bubi, das irgendwie noch nichts gebacken bekommt. (Mir ist aber bewusst, dass ich damit in der Minderheit bin. ;-) )

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