Neujahrsvorsatz 2018: Projekt 50/50

Ich habe diesen Text vor einigen Tagen schon in meinem privaten Facebook-Profil gepostet – nun auch hier. Und zwar geht es um meinen Neujahrsvorsatz für 2018: Das Projekt 50/50.

Darum geht’s:

Weibliche Regisseurinnen sind leider in der Filmindustrie deutlich unterrepräsentiert. An der Qualität kann es nicht liegen, wenn ich mir einige der sensationellen Filme der letzten Jahre vor Augen halte: Vor der Morgenröte von Maria Schrader zum Beispiel. Oder Western von Valeska Grisebach. Licht von Barbara Albert. Oder das neueste Werk von Kathryn Bigelow, Detroit. Alles Filme, die auf meine persönlichen Jahresbestenlisten gehören.

Ein paar Zahlen unterstreichen aber, wie schwer es für Frauen ist, am Regiestuhl Platz zu nehmen und sich dort dauerhaft zu etablieren. Eine Studie des deutschen Bundesverbands Regie, durchgeführt in den Jahren 2010-2013, ermittelte, dass nur 11% der in der Primetime im Fernsehen ausgestrahlten Filme von Frauen stammen. Bei Kinospielfilmen sieht es auf den ersten Blick mit einer Quote von 22% etwas besser aus, allerdings zeigt sich, wenn man genauer hinsieht, dass bei höherbudgetierten Filmen der Anteil auch wieder auf 11% sinkt. Und das obwohl 42% der Absolventen für das Fach Regie an deutschen Filmhochschulen weiblich sind. In Hollywood sieht es noch düsterer aus. Der Standard berichtete Anfang 2017, dass der Frauen-Anteil unter den Regisseuren/innen für die 250 erfolgreichsten Filme 2016 lediglich 7% betrug. Und hier beim Filmkürbis sieht es nicht wirklich anders aus: Selbst wenn ich die Filme mit weiblicher Co-Regie gänzlich den Frauen zuordne, beträgt der Anteil unter den hier besprochenen Filmen lediglich 10,2% (20 von 195 per Stand 28.12.). Es ist nicht so, dass ich keine von Frauen gedrehten Filmen anschauen möchte, sondern das ist ganz einfach ein weiterer Querschnitt des vorhandenen Angebots.

Ich möchte nun im nächsten Jahr Frauen im Regiestuhl sichtbarer machen. Daher nun das Projekt 50/50 für 2018: Mindestens 50% der Filme, die ich mir 2017 ansehe, sollen von Frauen gedreht worden sein. Eine Steigerung von 10% auf 50% – das ist doch mal ein Schritt nach vorne. Natürlich werde ich die gesichteten Filme (nicht alle, aber viele bis die meisten) auf meinem Blog besprechen – und so werden diese Filme hoffentlich auch ein bisschen weiterverbreitet. Es ändert nichts an der Situation an sich, doch es ist ein kleines Zeichen, das ich hiermit setzen möchte. Und es macht mir Spaß, auf diese Weise Filme zu entdecken, die mir sonst vielleicht entgangen wären.

Aber nun wünsche ich euch allen einen guten Rutsch und einen sensationellen Start ins Jahr 2018!

6 Kommentare

    1. Ich auch. Ich hatte jedenfalls schon großes Vergnügen daran, gezielt nach Filmen von Regisseurinnen zu suchen, die ich noch nicht kenne. Da sind spannende Filme dabei, die ich sonst wohl kaum bemerkt hätte. :-)

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      1. Vielleicht möchtest du das Vorhaben ja mit der ultimativen Filmchallenge kombinieren, ich entwickelt habe und die in den nächsten Tagen online geht. 😉

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