Life Guidance (2017)

Regie: Ruth Mader
Original-Titel: Life Guidance
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Satire, Science Fiction
IMDB-Link: Life Guidance


„Das ist nicht optimal“, lautet ein Zitat in Ruth Maders dystopischer Satire „Life Guidance“. Und ja, das könnte man als Motto über den ganzen Film schreiben. Nicht optimal ist beispielsweise, dass ein Film, der in der (nicht allzu fernen) Zukunft spielen soll, sich nicht im Geringsten nach Zukunft anfühlt, nicht in Kleidung, Kulissen oder anderen Details, die man kostengünstig auf Zukunft hätte bürsten können. Nicht optimal ist auch, dass das Schauspiel der meisten Beteiligten arg hölzern wirkt und die Dialoge am Rande der Belanglosigkeit kratzen. Nicht optimal ist schließlich, dass die Kapitalismuskritik, um die es letztlich geht, auf das Publikum mit einem Vorschlaghammer eingehämmert werden, damit auch die Dümmsten es begreifen. Dass der Film zudem extrem langsam, handlungsarm und emotionslos erzählt wird und man nebenher sehr gut Einkaufslisten, Einrichtungsideen oder die nächsten Banküberweisungen planen kann, kann man auch nicht wirklich als optimal bezeichnen, obwohl ich gegen langsam erzählte Filme ja in der Regel nichts habe (siehe Satanstango). Die Story an sich ist rasch erzählt: Der Familienvater Alexander (Fritz Karl, der, falls es jemals zu einer Verfilmung von Colin Firths Leben kommen sollte, die Hauptrolle übernehmen muss) funktioniert in einem kalten, auf Optimierung ausgelegten System nicht ganz optimal, da er Gefühle zeigt, und bekommt daher eine Art „Coach“ von der Agentur Life Guidance zur Seite gestellt. Das schmeckt dem Möchtegern-Emo natürlich nicht sonderlich, und er versucht, den ungeliebten Schatten loszuwerden, wodurch er noch alles schlimmer macht (eh klar). Nach und nach versucht Alexander, sich aus dem System freizustrampeln. Seine Handlungen dabei ergeben aber nicht immer Sinn. Manches muss auch einfach nur sein, damit plakativ der Zeigefinger erhoben werden kann. Und das nervt. Sehr sogar. Leider kann man „Life Guidance“ nur als komplett misslungen bezeichnen. Die Grundidee wäre vielleicht nicht schlecht gewesen, aber die Umsetzung tut stellenweise wirklich weh.


2,5
von 10 Kürbissen

(Foto: Stadtkino Filmverleih)

5 Kommentare

  1. Wow, okay…vielleicht lass ich den dann doch lieber im Kino aus (der läuft nämlich nicht im Uci und das bedeutet, ich müsste tatsächlich Geld für’s Ticket ausgeben). Der hört sich eher so an als könnte man auch getrost auf eine Sichtung im Free-Tv warten…

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      1. Ja, das finde ich auch schade. Dass wir kein Genre können, sollte mittlerweile mit den Filmen von Andreas Prochaska ja längst widerlegt sein. ;-)

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      2. Genau😉…und nachdem die Filmlandschaft in Österreich ja doch recht überschaubar ist (zumindest was Filme mit offiziellen Kinorelease betrifft) ist jede vergeudete Gelegenheit gleich umso härter

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