Die dunkelste Stunde (2017)

Regie: Joe Wright
Original-Titel: Darkest Hour
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Drama, Kriegsfilm, Biopic
IMDB-Link: Darkest Hour


Gary Oldman ist unbestritten einer der besten und wandlungsfähigsten Schauspieler der Gegenwart. Dass er bislang noch nicht zu Oscar-Meriten gekommen ist, verwundert doch sehr. Das wird sich aber mit dem 4. März 2018 ändern. Denn dann wird Gary Oldman für seine Rolle als Winston Churchill in „Darkest Hour“ ausgezeichnet werden. Alles Andere wäre absurd bis grob fahrlässig von der Academy. Der Film selbst ist ein klassisches Biopic-Drama mit allen diesem Genre zuordenbaren Stärken und Schwächen. Will man halbwegs seriös bleiben in diesem Genre, lassen sich halt nur wenige dramaturgische Veränderungen der Handlung vornehmen, was dieser – neben der Tatsache, dass sie den meisten Zusehern ohnehin geläufig ist – fast immer etwas an Spannung kostet und die Möglichkeiten, die Geschichte interessant und frisch zu erzählen, drastisch reduziert. Gleichzeitig aber lebt das Genre vom Bezug auf die historisch realen Personen und lässt und diese besser kennenlernen. Auch das kann interessant sein bzw. ist es auch im Fall von „Darkest Hour“. Womit wir wieder beim überragenden Gary Oldman wären, der Churchill nicht nur spielt, sondern ihn wieder lebendig werden lässt. Ähnliches ist Daniel Day-Lewis vor einigen Jahren in „Lincoln“ gelungen. Es braucht aber Ausnahmekapazunder wie eben Daniel Day-Lewis, Gary Oldman oder Helen Mirren (als Queen Elizabeth II.), damit diese Unternehmung gelingt und der Film nicht zu spannungsarmer Dutzendware verkommt. Denn an sich ist die Geschichte in „Darkest Hour“ trotz der historischen Relevanz und inhärenten Dramatik nur bedingt dazu geeignet, das Publikum in die Sitze zu kleben: Es geht um die ersten Wochen der Regierungszeit von Winston Churchill, der die undankbare Aufgabe übertragen bekommt, im Kriegsjahr 1940 die Kohlen für Großbritannien, das im Krieg gegen das Deutsche Reich schon verloren aussieht, doch noch aus dem Feuer zu holen, und das gegen innere Widerstände, denn die meisten seiner Parteifreunde bevorzugen die Kapitulation in Form von Friedensgesprächen mit Hitler. Joe Wright, der Regisseur, zeichnet dabei ein durchaus privates und intimes Porträt von Winston Churchill, konzentriert sich dabei im Großen und Ganzen aber dennoch auf seine Funktion als Staatsmann und auf das politische Hickhack seiner Zeit. Wie gesagt, das alles ist historisch relevant, aber für die Dramaturgie eines Films nicht ganz ideal. So bleibt Joe Wright auch auf sicheren konventionellen Pfaden. Allerdings wird der Film veredelt durch die schauspielerische Glanzleistung von Gary Oldman. Und allein deshalb schon funktioniert „Darkest Hour“ wirklich gut und bleibt jeden Augenblick interessant.

(Dieser Film ist als Reiseetappe # 51 Teil meiner Filmreisechallenge 2018. Mehr darüber hier.)


7,5
von 10 Kürbissen

 

3 Kommentare

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