Black 47 (2018)

Regie: Lance Daly
Original-Titel: Black 47
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Drama, Thriller, Western
IMDB-Link: Black 47


Irland 1847. Die Kartoffelfäule und die Kolonialmacht Großbritannien saugen das Land fürchterlich aus. Über eine Million Menschen sind bereits an Hunger gestorben – wer kann, wandert aus. Einer wandert ein: Martin Feeney (James Frecheville), der in Afghanistan gekämpft hat, kehrt als Deserteur nach Hause zurück. Dort muss er feststellen, dass seine Familie nicht mehr am Leben ist. Der unbarmherzige Landbesitzer Lord Kilmichael (Jim Broadbent) hat diese delougiert, um Steuern zu sparen, was bei klirrender Kälte und grassierender Hungersnot ein sicheres Todesurteil ist. Der als Soldat bestens ausgebildete Feeney startet einen Rachefeldzug, den ausgerechnet sein mittlerweile in Ungnade gefallener Kriegskamerad Hannah (Hugo Weaving) stoppen soll. Für diesen ist die Ergreifung Feeneys der einzige Ausweg aus einer misslichen Lage – hat er doch als Inspektor einen Verdächtigen, der nicht reden wollte, zu Tode gewürgt. Die Aussichten sind klar: Feeney oder er – am Ende baumelt einer. Und so zieht Hannah widerwillig los in Begleitung eines dienstbeflissenen Leutnants, eines Grünschnabels und des Einheimischen Conneely (Stephen Rea). Schon bald kommt es zu einer ersten Konfrontation. „Black 47“ spielt während eines der finstersten Kapitel der europäischen Geschichte – der irischen Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts. Filme wie „Gangs of New York“ von Martin Scorsese berichten von den Auswirkungen dieser Not, doch kaum ein Film hat bislang auf so drastische und intensive Weise von der Episode selbst erzählt. Das Land ist karg und unwirtlich, und wer kein Dach über dem Kopf hat, stirbt. Doch als wäre eine Geißel nicht genug, zieht auch noch England das letzte bisschen an Ernte aus dem Land heraus. Und in diesem politischen, sozialen Kälteklima ist der Film von Lance Daly angesiedelt. Westernmotive werden ausgiebig bedient, und selten haben diese außerhalb des Wilden Westens selbst so gut gepasst wie hier. „Black 47“ erzählt von Outlaws, deren einziger Überlebenswille sich aus dem Hass auf jene zieht, die ihnen alles genommen haben. Die Wut wird in der zerklüfteten Landschaft genauso spür- und erfahrbar wie der Hunger. So gesehen ist „Black 47“ ein zutiefst pessimistischer Film, der sich auch einer versöhnlichen Schlussbotschaft verschließt, aber gleichzeitig menschelt es hier gewaltig. Vielleicht hat er ein paar Längen und ist an manchen Stellen etwas unrhythmisch erzählt, und auch nicht immer sind alle Handlungen nachvollziehbar, aber dennoch ein Film, den man sich durchaus mal ansehen kann, auch wenn man danach nicht unbedingt gut gelaunt aus dem Kino kommt.


7,0
von 10 Kürbissen

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