Mudbound (2017)

Regie: Dee Rees
Original-Titel: Mudbound
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Drama
IMDB-Link: Mudbound


Mit diesem Film wurde Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal überhaupt wurde mit Rachel Morrison eine Frau für den Oscar für die beste Kamera nominiert. Und das ist mehr als gerechtfertigt, wenn man sich die einprägsamen Bilder von „Mudbound“ ansieht. In diesem Südstaatendrama geht es um Rassismus, eine Dreiecksbeziehung und das harte Leben auf der Farm. Es geht um Ungerechtigkeit, um Verachtung, aber auch um prägende Momente im Leben, die einen als Mensch verändern. Wie die beiden nach Hause zurückgekehrten Kriegsveteranen Jamie (Garrett Hedlund) und Ronsel (Jason Mitchell). Beide haben gekämpft, Jamie in der Luft, Ronsel am Boden im Panzer, beide sind Kriegshelden, die das Meiste von dem, was sie gesehen und erlebt haben, am liebsten vergessen würden. Die beiden Männer finden in ihren Traumata zueinander. Das Problem: Jamie ist weiß, Ronsel schwarz, und es sind die Vierzigerjahre im tiefsten Süden der USA, wo Rassismus nicht nur Alltag ist, sondern regelrecht zelebriert wird. Es wird rasch klar, dass sich hier Konflikte ergeben, die sich in weiterer Folge massiv zuspitzen, und dass „Mudbound“ kein Feelgood-Buddy-Movie werden wird. In diese ohnehin schon wichtige Geschichte eingebettet ist noch die Story von Jamie, seinem Bruder Henry (Jason Clarke) und dessen Frau Laura (Carey Mulligan), die sich das Leben mit Henry so ganz anders vorgestellt hätte, als es letztlich auf der schlammigen, schmutzigen Farm eingetreten ist. Und daran schließt mein größter Kritikpunkt an einem ansonsten sehr guten und stimmigen und sehenswerten Film an: Diese Beziehungsgeschichte verlangsamt den Film und lenkt ein wenig von den eigentlich wichtigen und tragenden Themen ab. So benötigt „Mudbound“ auch eine Spieldauer von über zwei Stunden, um all seine Geschichten rund um das Figurengeflecht unterzukriegen, wobei letztlich eigentlich nur die Beziehung von Jamie und Ronsel von tatsächlicher Relevanz ist. So wirkt der Film phasenweise ein wenig unfokussiert. Dennoch ist „Mudbound“ richtig gut, und man sollte ihn gesehen haben – sofern man über einen Netflix-Account verfügt, da es sich hierbei um eine Netflix-Eigenproduktion handelt. Wäre es das nicht, hätte ich diesen Film eigentlich auch unter den Oscarnominierungen für den besten Film erwartet. Aber Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon werden von der Academy noch etwas stiefmütterlich behandelt trotz der großartigen Qualität, die sie oft liefern. Aber Filme wie „Mudbound“ bereiten definitiv den Weg für die nächsten Jahre.


7,0
von 10 Kürbissen

5 Kommentare

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