Das bessere Leben (2011)

Regie: Małgorzata Szumowska
Original-Titel: Elles
Erscheinungsjahr: 2011
Genre: Drama, Erotik
IMDB-Link: Elles


Es gibt drei Gründe, „Das bessere Leben“ anzusehen: Juliette Binoche sowie Joanna Kuligs linke Brust und Joanna Kuligs rechte Brust. Ist man eine heterosexuelle Frau oder ein homosexueller Mann, reduziert sich das auf Juliette Binoche. Diese spielt eine Reporterin, die für das Magazin Elle zwei junge Callgirls interviewt. Die beiden jungen Damen leben nach außen hin ein bürgerliches, studentisches Leben und haben es folglich nicht immer leicht, Privates und Beruf voneinander zu trennen. Im Laufe des Interviews kommt Anne, die Reporterin, den Mädchen emotional näher, sie freunden sich gewissermaßen an. Gleichzeitig wirkt Anne in ihrem Familienalltag ein wenig unentspannt, sie kann nicht loslassen. Wer sich jetzt die Frage stellt „So what?“, hat des Pudels Kern ganz gut erfasst. So what? Irgendwie führt der Film zu nichts. Will er ein Statement gegen Prostitution abgeben? Nein. Dazu ist das alles (mit einer Ausnahme) zu harmlos und zu lieblich in Hochglanzbildern dargestellt. Ist es ein Plädoyer für die sexuelle Selbstbestimmung der Frau? Auch nicht wirklich. Denn so richtig selbstbestimmt wirkt niemand in diesem Film. Es fehlt das Ziel. Worauf will der Film hinaus? Welche Geschichte will er erzählen? Über die Verruchtheit, die in den Alltag einbricht? Dafür ist das Erzählte viel zu glatt und oberflächlich. Und so sitzt „Das bessere Leben“ irgendwie zwischen den Stühlen und kann sich nicht entscheiden, was es sein möchte. Nur Juliette Binoche ist gut wie fast immer. Sie spielt ihre Anne mit einer Mischung aus Neugier und Verletzlichkeit. Einzig diese Figur zeigt ein wenig Tiefe, aber auch da weiß man am Ende nicht, wohin die Geschichte diese Figur führen möchte. Am Ende bleibt der Eindruck, dass man hier mal was ganz Verruchtes machen wollte, über Prostitution und so, ganz heißes Thema, damit können wir die Klassikradio hörenden Spießbürgerlichen aufrütteln, da machen sie Augen ob der Abgründe, die sich aus ihren Begehrlichkeiten auftun. Ja eh. Gähn. Das Ergebnis ist so glattgebügelt und nichtssagend wie das Hochglanzmagazin, für das im Film die Reportage geschrieben werden soll.


5,0
von 10 Kürbissen

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3 Kommentare

    1. Servus! Gut sieht’s auch – die Frauen sind noch in Führung (ca. 55%). Die Kaurismäki-Retrospektive im April wird die Herren wieder auf Tuchfühlung bringen, aber ich glaube, die 50% lassen sich bis Ende des Jahres wirklich locker halten. Ich entdecke dabei immerhin sehr viele coole Sachen, die mir sonst wohl entgangen wären.

      Gefällt 1 Person

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