Im Zweifel glücklich (2017)

Regie: Mike White
Original-Titel: Brad’s Status
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Drama, Komödie
IMDB-Link: Brad’s Status


Brad Sloan (Ben Stiller) hat eigentlich alles, was man sich nur wünschen kann: Eine liebevolle Frau, einen intelligenten und wohlgeratenen Sohn, der demnächst aufs College wechseln wird, ein schönes Haus, einen interessanten Job in seinem eigenen kleinen Non-Profit-Unternehmen, einen phlegmatischen Hund, der süße Grunzlaute ausstößt, wenn man ihm unterm Kinn krault. Brad Sloan hat aber ein Problem: Es lautet Brad Sloan. Denn aus irgendwelchen seltsamen, nicht nachvollziehbaren Gründen fühlt er sich vom Leben betrogen. Er ist nicht im Fernsehen, er hat keinen eigenen Privatjet, er vögelt nicht mit jungen Collegehaserln am Strand, und jetzt geht der Nachwuchs vielleicht sogar noch auf eine bessere Universität als er selbst. Das ist doch mal echt ein Grund, 101 Minuten lang eine Leichenbittermiene aufzusetzen und seine Gedanken in einer endlosen Achterbahn um die unfaire Welt kreisen zu lassen. Beim Zuseher baut sich derweilen auch eine Emotion auf: Ärger. Selten war der Wunsch größer, die vierte Wand rückwärts zu durchbrechen, also a la Last Action Hero in den Film einzusteigen und der Hauptfigur links und rechts eine zu betonieren. Oder zwei, wenn sie noch lange herumsudert. Oder drei. Sicher ist sicher. Natürlich versucht Mike White in seinem seltsam misanthropischen Feelgood-Movie, am Ende die Kurve zu kriegen und seinem Brad Sloan statt einer ordentlichen Gnackwatschn eine Erkenntnis zu bescheren, aber da ist es schon zu spät, da lässt sich nichts mehr retten. Wenn man irgendeinen netten, sympathischen Zug an Brad Sloan entdecken kann (im Sinne von „Na ja, ein Arschloch ist er, aber er hat immerhin saubere Hemden an“), könnte der Film vielleicht sogar funktionieren, wie einige gute Kritiken dazu vermuten lassen. Aber sorry, dafür müsste ich mehr Augen inklusive aller Hühneraugen zudrücken als Ben Stiller Filme gedreht hat mit einem der Wilson-Brüder (hier mal wieder Luke Wilson). Fazit: Wer Ben Stiller auf Sinnsuche erleben möchte, sollte lieber zu Das erstaunliche Leben des Walter Mitty greifen.


3,5
von 10 Kürbissen

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