The Cured – Infiziert. Geheilt. Verstoßen. (2017)

Regie: David Freyne
Original-Titel: The Cured
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Horror
IMDB-Link: The Cured


So eine Zombie-Karriere taugt auf die Dauer nichts. Es ist halt ein bisschen eintönig: Herumschlurfen, gelegentlich auszucken, wenn Menschenfleisch in Sicht kommt, und wenn sich die Gfraster wehren, wird einem oft der Schädel eingeschlagen. Daher denkt sich die Regierung nach dem Ausbruch einer Zombie-Epidemie in Irland: So ein Gegenmittel wäre schon leiwand. Und dank heller Köpfe gelingt es auch, 75% der Zombies wieder zurückzuverwandeln in friedfertige Bürger. Doch wie geht man damit um, wenn man weiß, dass man gegen seinen Willen seine Verwandtschaft verspeist hat? Mit dieser Frage plagt sich der geheilte Ex-Zombie Senan (Sam Keeley) herum. Seine Schwägerin (Ellen Page), die nach der Epidemie ohne Ehemann, aber mit Sohn auskommen muss, nimmt ihn dankenswerterweise auf. Ist ja technisch gesehen immer noch sein Haus. Blöd sind zwei Dinge: Die Erinnerung daran, was man getan hat, die sich immer wieder in Albträumen manifestiert, und die Tatsache, dass die Bevölkerung einen regelrechten Hass auf die Geheilten entwickelt hat. Klar, wenn dein Nachbar nicht nur deinen Hund, sondern auch noch deine ganze Familie gegessen hat, kann man gewisse Animositäten nicht verhindern. Dass sich zudem 25% der Infizierten durch das Gegenmittel nicht heilen lassen und in Armeelagern gefangen gehalten werden, löst die Spannungen in der Bevölkerung auch nicht gerade. „The Cured“ hat eine wirklich geniale Ausgangsbasis. Die Frage der Schuld, der Vergebung, der Wiedereingliederung jener, die willenlos Abscheuliches getan haben – all das würde einen solchen Film mit Leichtigkeit tragen. Leider geht „The Cured“ diesen Weg nicht konsequent zu Ende. Stattdessen biegt er in der zweiten Hälfte in Richtung eines recht klassischen Zombie-Horrors ab, der in einem chaotischen und irgendwie unlogischen Showdown mündet. Immer öfter drängt sich die Frage nach der Motivation für viele Handlungen auf – und nicht selten lautet die unbefriedigende Antwort: Weil’s die Dramaturgie so will. So ist „The Cured“ ein Film der vergebenen Chancen. Unterhaltsam und genregerecht spannend, aber der große Twist im Zombie-Genre bleibt damit aus.

 


5,5
von 10 Kürbissen

(Foto: CROSSING EUROPE Filmfestival Linz)

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