Revenge (2017)

Regie: Coralie Fargeat
Original-Titel: Revenge
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Thriller, Action
IMDB-Link: Revenge


„Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird.“ So ein Klingonen-Sprichwort. Das junge Model Jennifer (Matilda Lutz) hat Star Trek offenbar nie gesehen, denn ihr kann es nicht schnell genug gehen mit dem Zahltag, nachdem sie vergewaltigt, einen Abgrund hinabgestoßen und aufgespießt worden ist. Wie durch ein Wunder überlebt sie diese Tortur, und klar, sie hat jetzt nicht nur einen Pflock, sondern auch eine Mordswut im Bauch. Dass die drei Herrschaften, die ihr das angetan haben, den nur halbherzig ausgeführten Job, sie über den Jordan gehen zu lassen, nun beenden wollen, kommt ihr gerade recht. Und so entspinnt sich ein Katz-und-Maus-Spiel in der Wüste. „Die Schwierigkeit beim Katz-und-Maus-Spiel ist zu wissen, wer die Katze ist.“ Ein weiteres schönes Filmzitat aus „Jagd auf Roter Oktober“. „Revenge“ von Coralie Fargeat ist eine heiße Angelegenheit. Hier wird geschwitzt und geflucht und vor allem geblutet, was nur geht. Ein schwer verletztes Model gegen drei bewaffnete Jäger. Subtile Zwischentöne oder allzu viel Wert auf Logik darf man von diesem Film nicht erwarten. Jeder Mensch hat zwischen 5 und 7 Litern Blut im Körper. In diesem Film blutet jeder mindestens 20 Liter raus. Aber egal, der Film macht einfach Spaß. Vielleicht ist „Revenge“ nicht unbedingt der originellste Beitrag zum Exploitation-Genre, aber wohl einer der am besten gefilmten. Wenn beispielsweise eine Ameise unter aus subjektiver Ameisensicht wahrgenommenem Artilleriebeschuss durch Blutstropfen steht und ihr Heil zwischen den donnernden Einschlägen sucht, so ist das einfach verdammt gut gemacht und extrem unterhaltsam. Auch ist stets spürbar, dass der Film von einer Frau gedreht wurde. Jennifer ist einfach badass. Wird sie zu Beginn noch als leicht dümmliches Sexspielzeug des reichen Schnösels dargestellt, zeigt sie im weiteren Verlauf den zunehmend weinerlichen Männern, wo der Barthel den Most herholt. Allerdings sei gewarnt: Wer mit empfindlichem Magen in den Film geht, wird den Inhalt desselben früher wieder zu Gesicht bekommen als erhofft. Und wer beim Anblick vom Blut in Ohnmacht fällt (soll’s ja geben), wird mindestens zwei Drittel des Films darniederliegen. Fazit: Gut gemachte, blutige Unterhaltung, die es einfach nur krachen lassen will, ohne weitere Ansprüche an Logik oder Anspruch zu stellen.


6,5
von 10 Kürbissen

(Foto: CROSSING EUROPE Filmfestival Linz)

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