4 Tage Crossing Europe – 13 Filme: Ein Fazit

Vier spannende und abwechlungsreiche Festivaltage am Crossing Europe Film Festival in Linz liegen hinter mir. Ich sitze im Zug zurück nach Wien, alle Filme sind gut verdaut und hier auch schon besprochen – es ist Zeit für ein Fazit. Zunächst mal zum Festival selbst, denn es war mein erster Besuch des Crossing Europe Festivals in Linz. Und es ist zwar abgedroschen, aber der Einfachheit halber gibt’s eine Pro-und-Kontra-Liste.

Pro:

  • Das Festival der kurzen Wege. Während man in Wien von Kino zu Kino teils einen ordentlichen Hatscher hinlegen kann (Du stehst vor der Urania und stellst zehn Minuten vor Filmbeginn fest, dass dein Film im Stadtkino im Künstlerhaus läuft? Vergiss es. Geh zum Schwedenplatz und kauf dir ein Eis.), spielt die Musik des Crossing Europe Festivals innerhalb eines kleinen Bereichs. Man ist entweder im Ursulinenhof, wo mit Ursulinensaal und Moviemento-Kino zwei Spielstätten untergebracht sind, oder im City-Kino, gerade mal hundert Meter entfernt.
  • Die Atmosphäre. Wenn das Wetter so schön ist wie in den letzten Tagen, kann man sich zwischen den Filmen im Ursulinenhof auf ein Bankerl setzen und sich in der Sonne braten lassen. Alles sehr entspannt und gemütlich hier. Auch das Personal ist sehr freundlich und gelassen. Man fühlt sich hier einfach rundum wohl.
  • Die Filmauswahl. Natürlich laufen viele Filme, die schon im Vorjahr über diverse Festivals getingelt sind, aber das muss ja kein Nachteil sein. Hier wird wirklich eine Rundschau zum europäischen Film gezeigt; das Festival lebt von seiner Vielfalt. Auch die Nachtsicht-Schiene, in der aktuelle europäische Horror- und Fantasy-Filme gezeigt werden, macht richtig Spaß. So ist für jeden was dabei.

Kontra:

  • Der Ursulinensaal. Sorry, liebes Team vom Crossing Europe, aber die Kritik muss jetzt sein: Ein Veranstaltungssaal, in dem man eine Leinwand montiert und zwanzig Reihen Konferenzsesseln aufstellt, ist kein Kinosaal. Das größte Manko ist die Akustik. Der Ton wirkt blechern bis dumpf. Was legendär beschissene Akustik betrifft, so haben wir in Wien eh die Stadthalle – da muss Linz nicht unbedingt nachziehen.
  • Die Ausgabe der Pressetickets. Prinzipiell ist das kein großes Problem, ich habe alle Karten bekommen, für die ich angesucht habe. Allerdings hat man immer nur ein Zeitfenster direkt vor dem Film zur Verfügung, um die Karten zu holen. Je nach Kino eine Stunde oder eine halbe Stunde vorher bis eine Viertelstunde vor Filmbeginn. Das führt dazu, dass es sich manchmal nicht ausgeht, eine Pressekarte zu besorgen, wenn nämlich die Wechselzeit zwischen zwei Filmen recht kurz ist. Ich würde es begrüßen, wenn man die Tickets zumindest für alle Vorstellungen des gleichen Tags auf einmal abholen könnte.

Aber ansonsten: Sehr nett, das Festival, sehr locker und gemütlich, und ich werde es definitiv wieder besuchen. Und dann halt Vorstellungen meiden, die im Ursulinensaal gezeigt werden. Mein Learning aus diesen vier Tagen.

Und nun zu den Filmen selbst. Ich habe hier im Blog eh schon über alle geschrieben, aber hier noch mal eine Kurzzusammenfassung, was ich empfehlen kann und was eher weniger.

Festival-Highlights
A Woman Captured
Duty

Sehr empfehlenswert
Cobain
Good Favour
Double Date
Lucica und ihre Kinder

Durchaus sehenswert
The Heart
Revenge
Namrud (Troublemaker)

Eher nicht so gelungen
The Cured – Infiziert. Geheilt. Verstoßen.

Definitiv nicht zu empfehlen
Little Crusader
Scary Mother
Dreaming Under Capitalism

Insgesamt jedenfalls eine gute Ausbeute, mit der ich sehr zufrieden bin. Außerdem: Es lebe die Vielfalt. Immerhin habe ich in den vergangenen vier Tagen Filme aus diesen Ländern gesehen: Österreich, Deutschland, Niederlande, Schweden, Georgien, Israel, Großbritannien, Irland, Belgien, Tschechien und Ungarn. Ich habe interessante Q&As miterlebt und in vielerlei Hinsicht meinen Horizont erweitern können. Linz, wir sehen uns wieder.

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