Saint Jacques … Pilgern auf Französisch (2005)

Regie: Coline Serreau
Original-Titel: Saint Jacques … La Mecque
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Komödie
IMDB-Link: Saint Jacques … La Mecque


Es gibt sie – die wirklich witzigen und herzerwärmenden französischen Komödien. Wie zum Beispiel „Saint Jacques … Pilgern auf Französisch“ definitiv nicht eine davon ist. Die Durchschnittsbewertung auf IMDB ist mit 6,4 gar nicht mal so übel. Ich aber unterstelle einfach mal ganz böse, dass 90% der Stimmen von Franzosen kommen, die den Schnitt so hochtreiben. Franzosen haben offensichtlich einen ganz anderen Humor als ich. Falls ich in diesem Leben echt mieses Karma angesammelt haben sollte, werde ich im nächsten Leben als französischer Komiker wiedergeboren – mit dem Humor aus dem Vorleben. Hungertod mit 22. Fix. Jedenfalls geht es in „Saint Jacques … Pilgern auf Französisch“ um drei sehr unterschiedliche und völlig zerstrittene Geschwister (der egomanische Firmenboss, die frustrierte Gymnasiallehrerin, der verpeilte Alkoholiker und Langzeitarbeitslose), die, damit das Erbe der Mutter nicht an karitative Zwecke geht, sondern an diese drei Arschlöcher, gemeinsam den Jakobsweg gehen müssen – selbstverständlich, ohne sich dabei umzubringen oder sonst irgendwelche Weltkriege auszulösen. Dann gehört die Million ihnen. Also schließen sie sich einer Pilgergruppe an, die quasi ein Best Of sämtlicher Klischees, die man in einem solchen Film erwarten kann, zusammenbringt: Die ehemalige Krebskranke mit dem Kopftuch, die zwei arabischen, fürchterlich dämlich dargestellten Jugendlichen, die glauben, nach Mekka zu pilgern (ha ha, wie lustig), die zwei reichen Schnepfen-Mädels und der Reiseführer mit Migrationshintergrund und goldenem Herzen. Und nun wird gewandert und gestritten, und das soll alles ganz lustig sein, aber irgendwie habe ich vergessen, zu lachen. Vielleicht lag es daran, dass schon die Einführung der drei Geschwister sie so unsympathisch macht, dass sie bei mir von Anfang an einfach unten durch waren. Oder vielleicht lag es daran, dass ich kein Fan davon bin, wenn wandelnde Klischees für Gags herhalten müssen. Vielleicht war es die völlig unglaubwürdige Entwicklung der Geschichte, die von völligem Desinteresse an den Motivationen der Figuren zeugt, die mir das Vergnügen verhagelt hat. Wahrscheinlich war es all das zusammen. Und so verbuche ich „Saint Jacques … Pilgern auf Französisch“ als weiteren missglückten Versuch, französische Komödien lustig zu finden. Filme wie „Ziemlich beste Freunde“ sind tatsächlich seltene Perlen.

Übrigens gehört der Film zu den wenigen, von denen es tatsächlich weder einen deutschsprachigen noch einen englischsprachigen Trailer auf Youtube gibt. Spanisch kann ich anbieten. Hasta la vista!

(Dieser Film ist als Reiseetappe # 39 Teil meiner Filmreisechallenge 2018. Mehr darüber hier.)


3,0
von 10 Kürbissen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s