Der Brotverdiener (2017)

Regie: Nora Twomey
Original-Titel: The Breadwinner
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Animation, Drama
IMDB-Link: The Breadwinner


Kabul, Afghanistan, zu Beginn des neuen Jahrtausends und kurz vor Nine-Eleven. Das Land ist in den Händen der Taliban, die mit Gesetzeswillkür und religiösem Fanatismus das Leben der Menschen zu einem Minenfeld machen. Eine falsche Aussage, einmal jemanden am falschen Fuß erwischt, und schon sitzt man unschuldig im Gefängnis. So ergeht es dem Vater der jungen Parvana, einem alten Kriegsveteranen, der im Krieg gegen die Sowjetunion ein Bein verloren hat. Übrig bleiben Parvana, ihre ältere Schwester, ihre Mutter und ihr jüngster Bruder, ein Kleinkind. Die Repressalien der Taliban haben dazu geführt, dass Frauen sich nicht allein auf der Straße blicken lassen dürfen und vom Alltag so gut wie ausgeschlossen sind. Was also tun? Der Versuch der Mutter, gemeinsam mit Parvana zum Gefängnis zu gehen um ihren Mann zu sehen, geht fürchterlich schief. Parvana sieht keine andere Möglichkeit, ihre Familie vor dem Verhungern zu retten, und schneidet sich die Haare ab. Als Junge kann sie zumindest zum Markt einkaufen gehen. Dort trifft sie bald auf ihre ehemalige Mitschülerin Shauzia, die ebenfalls als Junge verkleidet ums Überleben kämpft. Gemeinsam schlagen sich die beiden durch, um genug Geld zusammenzubekommen, dass Parvana versuchen kann, die Obrigen im Gefängnis zu bestechen und ihren Vater zu befreien. In diese ohnehin schon sehr eindringliche und aufwühlende Geschichte eingearbeitet ist eine zweite Geschichte, jene vom jungen Helden Sulayman, der das Saatgut zurückbringen möchte, das ein bösartiger Elefantengott aus seinem Dorf gestohlen hat. Mit dieser Geschichte versucht Parvana, ihren verängstigten kleinen Bruder zu trösten – doch es geht hier um viel mehr. Diese fantastische Geschichte ist auch so etwas wie ihr eigenes Mantra – und am Ende, wo sich in dramatischer Weise die Ereignisse überschlagen, finden Realität und Fiktion auf bedrückende Weise zueinander. Der für einen Oscar nominierte Animationsfilm „The Breadwinner“ geht unter die Haut. Allerdings ist der Film trotz allem nicht deprimierend, sondern weiß eine Botschaft der Hoffnung zu vermitteln, auch wenn man als Zuseher die Realität und die Ereignisse nach 2001 kennt. Dennoch zeigt der Film vor allem eines: Das Wichtigste im Leben ist es, sich die Menschlichkeit zu bewahren – und diese findet man überall, auch an den finstersten Orten.


8,0
von 10 Kürbissen

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