You Will Know What to Do With Me (2015)

Regie: Katina Medina Mora
Original-Titel: Sabrás Qué Hacer Conmigo
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Drama, Liebesfilm
IMDB-Link: Sabrás Qué Hacer Conmigo


Was ich an Netflix schätze: Man findet hier auch Filme, von deren Existenz man sonst niemals erfahren hätte. So bin ich auf den Film „You Will Know What to Do With Me“ von Katina Medina Mora gestoßen, die Verfilmung eines in Mexiko erfolgreichen Romans gestoßen. Die Geschichte ist sehr simpel: Mann trifft Frau, sie beginnen eine Beziehung. That’s it. Manchmal kann das Leben wirklich einfach sein. Aber natürlich ist schon mehr dahinter. Denn der Mann ist Epileptiker, was ihm durchaus psychisch an die Nieren geht – und das ist wiederum nicht unbedingt förderlich für eine beginnende Beziehung. Und die Frau ist verschlossen und emotional durcheinander, da ihre Mutter immer wieder mit Selbstmordversuchen ihre Aufmerksamkeit beansprucht, ohne dass da jemals so etwas wie Dankbarkeit und Wärme zurück käme. Im Laufe des Films beginnt man die Hintergründe zu verstehen, so wie sich die beiden auch besser kennenlernen und einander zu vertrauen beginnen. Schön ist die Struktur des Films. Zunächst wird aus seiner Perspektive das Kennenlernen und die erste Annäherung erzählt, dann die ganze Geschichte noch mal aus ihrer – und hier gibt es kleine, subtile Abweichungen zusätzlich zu dem besseren Hintergrundverständnis, das sich beim Zuseher aufbaut. Die Abweichungen verstehe ich als unterschiedliche Wahrnehmungen oder Erinnerungen. Ich sehe hier ein altes Paar vor mir, das bei einem Abendessen mit Freunden die Geschichte erzählt, wie sie sich kennengelernt haben – und wie sie sich dabei ständig unterbrechen, um winzige Details, die der jeweils Andere aus ihrer Sicht falsch memoriert hat, liebevoll zu korrigieren. Das dritte Kapitel des Films schließlich erzählt die nun gemeinsame Geschichte weiter. Das Tempo ist sehr langsam – es ist ein Film, der eine Alltagsgeschichte erzählt und dabei die kleinen und großen Dramen nicht cineastisch aufbauscht. Vielleicht muss man in der richtigen Stimmung für diese Art von Film sein, um ihn genießen zu können, und vielleicht ist es auch keiner, der ewig lang nachwirkt, aber für 1,5 Stunden hat man hier einen unspektakulären, aber ungeschönten und ehrlichen Blick auf den Beginn einer Beziehung. Lediglich das Ende hat mich etwas unentschlossen darüber, ob ich es nun mag oder nicht, zurückgelassen.


6,5
von 10 Kürbissen

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