The Big Lebowski (1998)

Regie: Joel und Ethan Coen
Original-Titel: The Big Lebowski
Erscheinungsjahr: 1998
Genre: Komödie
IMDB-Link: The Big Lebowski


Der Dude hat einen Teppich, der das Zimmer erst so richtig gemütlich macht. Und selbst so ein gechillter Mann wie der Dude, der am liebsten White Russian trinkt, CCR hört und in den Tag hinein träumt, kann es nicht einfach hinnehmen, wenn ihm zwei Typen, die ihn offenbar mit einem anderen Lebowski verwechselt haben, auf den Teppich pinkeln. Beim Versuch, Kompensation für das schöne Stück zu erhalten, stolpert der Dude in eine Geschichte hinein, die so irrwitzig und sinnlos und abgefahren ist, dass man den Film dreimal sehen muss, um ihn wirklich einmal zu behirnen. Zwischen Bowling-Turnieren mit seinen besten Kumpels Walter und Donny, deutschen Nihilisten, abgeschnittenen Zehen, feministischen Begattungsritualen, versehentlich zerstörten Autos, Entführungsgeschichten, Pornofilmen und Drogenräuschen kann man es eigentlich nur dem Dude nachmachen: Man lehnt sich entspannt zurück, mixt sich einen White Russian und genießt die Show. Am Ende wird das alles schon irgendwie funktionieren – Hauptsache, erst mal gechillt bleiben. Mit „The Big Lebowski“ ist den Coen-Brüdern, die ich sehr verehre, ein absurdes Meisterwerk gelungen. Jeff Bridges‘ Dude ist wohl eine der legendärsten Filmfiguren aller Zeiten. Man muss ihn einfach mögen, diesen Slacker mit der Jesus-Frisur und einer Vorliebe für gemütliche Teppiche, eine ruhige (Bowling-)Kugel und entspannende Joints. John Goodman als Vietnam-traumatisierter Walter Sobchak, der die Probleme gern mal mit etwas … sagen wir mal … Vehemenz angeht, und Steve Buscemi als von den beiden unterbutterter Donny sind großartige Side-Kicks. Aber selbst die kleinsten Nebenrollen sind perfekt besetzt – und man merkt jedem Einzelnen die Freude an diesem abgedrehten Wahnsinn an. „The Big Lebowski“ gehört zu den wenigen Filmen, an denen man selbst nach der zehnten Durchsicht noch neue Details entdecken kann. Und die abenteuerlichen Situationen, in denen sich der Dude und Walter ungewollt hineinmanövrieren, lösen bei wirklich jeder Sichtung ein glucksendes Kichern bei mir aus. Der Humor ist nie überdreht, sondern ganz fein gesponnen mit einem Gespür für die Figuren. Das Geheimnis ist vielleicht, dass all diese Figuren im Grunde genommen ziemlich lächerlich sind, die Coens sie aber trotzdem ernst nehmen. Und das funktioniert. Der für mich beste Film der beiden genialen Filmemacher und ein absoluter Lieblingsfilm.


10
von 10 Kürbissen

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