Rocky III – Das Auge des Tigers (1982)

Regie: Sylvester Stallone
Original-Titel: Rocky III
Erscheinungsjahr: 1982
Genre: Sportfilm
IMDB-Link: Rocky III


Ladies and gentlemen – fasten your seat belts! It’s gonna be a bumpy ride! Denn ab nun begeben wir uns in die Niederungen von Rocky III, IV und V. Rocky ist schwach und träge geworden – und das gilt nicht nur für die Hauptfigur, die nach dem Erringen des Weltmeistertitels gegen Apollo Creed nun recht mühelos die Herausforderer zu Boden schickt, ehe sie Bekanntschaft mit Mr. T macht, der als aufstrebender Boxer Clubber Lang das A-Team mal kurz verlassen hat, um the Italian Stallion drei Meter tief in die Erde zu stampfen. Und so kommt es, wie es kommen muss: Rocky, der mehr mit Blingbling  und Showkämpfen gegen Wrestler beschäftigt ist und seinen Biss verloren hat, erlebt eine Lektion in Sachen Demut, als er von seinem Herausforderer ausgeknockt wird. Noch dazu verliert er mit Mickey seinen langjährigen Trainer und Mentor. Alles dumm gelaufen. Wie gut, dass sein alter Rivale Apollo Creed auftaucht und den laschen Hutträger bei sich zuhause in L.A. mal wieder ein bisschen aufpoliert. „Rocky III“ hat im Gegensatz zu den beiden Vorgängern zwei schwerwiegende Probleme: Zum Einen verliert Stallone das Gespür für seine Hauptfigur. Rocky ist hier zu einer Karikatur seiner selbst geworden. Ja, wir wissen, dass er etwas unbedarft ist, und genau das trägt sehr zum Charme der ersten beiden Filme bei, denn mit diesem tumben, aber herzensguten Underdog kann man mitfiebern. Die Szene in „Rocky III“ aber, in der er in einer Art Merchandising- und Unterhaltungstempel lustlos seine Trainingseinheiten abspult und mit den Fans posiert, passt einfach nicht mehr zu dem etablierten Charakter, dessen Merkmal auch eine fast schüchterne Bescheidenheit war. Ja, man will natürlich die Fallhöhe etablieren, aber das wäre mit subtileren Mitteln auch gegangen. Das zweite Grundproblem des Films ist der Antagonist. Mr. T als Clubber Lang ist physisch beeindruckend. Nur leider kommt auch seine Figur über die einer Karikatur nicht hinaus. Man erfährt nichts über seine Motivation, seinen Hintergrund, und warum er zu diesem dümmlich grunzenden Ungetüm geworden ist. Manche Kritiker haben dem Film vorgeworfen, unverhohlen rassistisch zu sein – und bei dieser (pun intended) Schwarz-Weiß-Zeichnung der beiden Hauptfiguren fallen mir kaum Argumente ein, dem zu widersprechen. Technisch ist der Film gut gemacht, die Prügeleien sind wieder fein anzusehen, aber leider hat Rocky über den Infight im Ring hinaus nicht mehr viel zu bieten.


4,5
von 10 Kürbissen

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