Summer of ’84 (2018)

Regie: François Simard, Anouk Whissell und Yoann-Karl Whissell
Original-Titel: Summer of ’84
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Thriller
IMDB-Link: Summer of ’84


Hach, 1984! Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Im Radio liefen „Fürstenfeld“ und „I Want to Break Free“, Michel Platini führte Frankreich zum Europameistertitel, Niki Lauda wurde zum dritten Mal Weltmeister, man beging das „Orwell-Jahr“ – und der Filmkürbis … ähm … ja … was machte ich damals? Ach so, in die Windeln. Egal. Was ich sagen will: Die 80er-Nostalgie nimmt derzeit kein Ende und erweist sich für kreative Köpfe als Goldgrube. In diese Kerbe schlägt auch „Summer of ’84“, eine Art Mash-Up aus „Stand by Me“, „Stranger Things“, „It“ und „Disturbia“. Der 15jährige Davey hat seinen Nachbarn Mr. Mackey, einen Polizisten, im Verdacht, als Serienkiller dreizehn Morde auf dem Gewissen zu haben. Mit seinen drei besten Freunden ergreift er nun die Initiative, um Beweismaterial zu finden, das Mr. Mackey als Täter überführen soll. Dass es der geistigen Gesundheit nicht zuträglich ist, wenn man glaubt, dass der unmittelbare Nachbar in der Kleinstadt, in der jeder jeden kennt, ein psychopathischer Killer ist, versteht sich irgendwie von selbst. Und so bezieht „Summer of ’84“ einen Großteil der Suspense aus dem Spiel zwischen Paranoia und ernsthafter Bedrohung. Unterlegt sind die Bilder mit einem 80er-Synthie-Sound, der zwar prinzipiell ganz nett klingt und den Film auch klar in seiner Zeit verankert (was durch die Bilder selbst nicht immer zu 100% gelingt), aber auf Dauer dann doch etwas eintönig wirkt. Auch die vier Freunde sind quasi dem Lehrbuch für Coming-of-Age-Buddy-Filmen entnommen: Davey ist der brave Schüchterne, Farraday der ängstliche Streber, Eats der coole Arme und Woody der dicke Schussel. Dazu gesellt sich noch Nikki, das ehemalige Kindermädchen von Davey, die als Zwanzigjährige nun für feuchte Träume herhalten muss. Das alles kommt einem beim Ansehen einfach wahnsinnig bekannt vor. Leider bleiben die Figuren zumeist auch auf diesem oberflächlichen Niveau. Was die Figurenentwicklung betrifft, kommt „Summer of ’84“ nie an das Niveau von beispielsweise It heran. Trotzdem ist „Summer of ’84“ sehenswert, da die Spannung von Anfang an hochgehalten wird, die Darsteller bzw. ihre Figuren recht sympathisch sind und der Film gegen Ende hin noch die eine oder andere fiese Überraschung bereit hält, die noch eine Weile präsent bleibt, auch wenn der Vorhang längst gefallen ist. Insgesamt also eine solide, unterhaltsame Sache, die man sich jedenfalls ansehen kann.


6,5
von 10 Kürbissen

(Foto: /slash Filmfestival)

4 Kommentare

      1. Na denn… vermutlich dann am Weißwurstäquator an der weiteren Reise in den Norden gestoppt worden….Aber ich werde mal bei YouTube schauen. 😊

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      2. Hab mal bei YouTube geschaut…Und…tatsächlich kannte ich das Lied. Konnte mich gut dran erinnern, dass das mal auf einer Weihnachtsfeier von einer Partyband gespielt wurde. Natürlich kein Wort verstanden…. Aber ist schon ein nettes Stimmungslied……😊

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