A Star is Born (2018)

Regie: Bradley Cooper
Original-Titel: A Star is Born
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Drama, Liebesfilm, Musikfilm
IMDB-Link: A Star is Born


Mit keinem anderen Film habe ich mich in der jüngeren Vergangenheit so schwer getan wie mit Bradley Coopers Regiedebüt „A Star is Born“, in dem er selbst einen alkoholkranken Musiker spielt, der mit Lady Gaga das nächste große Talent und die große Liebe entdeckt. Denn: Der Film macht so vieles richtig bis grandios. Bradley Cooper ist in seiner Rolle überzeugend wie selten zuvor. Sein physisches Spiel macht seinen von Dämonen getriebenen Charakter auf eine unheimlich nachvollziehbare Weise sichtbar, ohne aber die Gründe dafür jemals allzu sehr in den Vordergrund zu rücken. Lady Gaga als Schauspielerin (ohne Tonnen von Schminke) ist eine Offenbarung. Sie ist verletzlich und anmutig und schüchtern und stark und begehrenswert. Eine ganz starke Vorstellung, die Lust auf mehr macht. Ich bin kein großer Fan von ihrer Musik, auch wenn ich ihr musikalisches Talent durchaus schätze. Aber hier könnte sich eine leidenschaftliche Gefolgschaft in Sachen Schauspiel entwickeln. Zudem kann „A Star is Born“ immer wieder mit sehr starken Szenen aufwarten, die authentisch und echt wirken. Die Konzertszenen beispielsweise sind großartig inszeniert, der Bass wummert, die Energie aus dem Publikum greift auf das Kinopublikum über – hier macht Bradley Cooper fast alles richtig. Allerdings gibt es gleichzeitig eine Story zu beklagen, die unverdrossen und unbelehrbar von Klischee zu Klischee springt. Hier gibt es auf über zwei Stunden wahrlich nichts Neues zu entdecken. Und das nervt auf die Dauer. Denn auch wenn die Klischees wirklich auf eine großartige Weise mit viel Feingefühl für Dramaturgie und Authentizität in Szene gesetzt sind – es bleiben eben doch Klischees, die mit der Zeit nerven, weil man sie schon hunderte Mal erzählt bekommen hat. Und so bleibt am Ende Respekt vor Bradley Cooper, der diese Doppelfunktion als Regisseur und Hauptrolle bravourös stemmt, ein kleiner Crush auf Lady Gaga und das Bedauern, dass die vielen guten Einzelteile, die der Film zu bieten hat, von diesen Klischees überlagert werden – denn dieser Film hätte das Potential zum Meisterwerk gehabt.

(Dieser Film ist als Reiseetappe # 49 Teil meiner Filmreisechallenge 2018. Mehr darüber hier.)


6,5
von 10 Kürbissen

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