Bad Times at the El Royale (2018)

Regie: Drew Goddard
Original-Titel: Bad Times at the El Royale
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Thriller
IMDB-Link: Bad Times at the El Royale


Ein fast leeres Hotel an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Sieben Fremde in diesem Hotel, die allesamt ein doppeltes Spiel zu treiben scheinen. Ein paar Waffen. Ein paar Geheimnisse. Ein groß aufspielender Cast (Jeff Bridges, Cynthia Erivo, Dakota Johnson, Jon Hamm, Lewis Pullman, Cailee Spaeny, Chris Hemsworth). Einige Drinks. Regen. Eine Story, die zehn Jahre in die Vergangenheit zurückreicht. Und schwarzer Humor. Und schon brechen schlechte Zeiten im altehrwürdigen El Royale Hotel an. „Bad Times at the El Royale“ von Drew Goddard ist ein raffiniertes und wahnsinnig unterhaltsames Kammerspiel. Die Faszination leer stehender Hotels haben ja schon Stephen King respektive Stanley Kubrick begriffen und diese Kulisse genial genutzt. Hier bieten sich Räume, innerhalb derer sich die Geschichte entfalten kann – im doppelten Sinne. Zum Einen nimmt sich der Film tatsächlich Zeit für seine Charaktere, die er geschickt ineinander verschränkt. Zum Anderen öffnen sich im weitläufigen Hotel tatsächlich Türen zu Räumen, die man so nicht erwartet hätte. In der Dramaturgie weicht Goddard, der auch für das Script verantwortlich zeichnet, von den üblichen Pfaden ab. Die Geschichte wird in Kapiteln erzählt, die jeweils eine Figur ins Zentrum der Erzählung rücken. Dabei werden dann Vorgänge gerne auch mal doppelt geschildert – eben aus unterschiedlicher Perspektive. So eine Verschränkung kann auch mal ermüdend wirken. Nicht aber hier, denn Goddard behält die Fäden fest in der Hand. Und kann auf seine Darstellerinnen und Darsteller vertrauen, die in ihren Rollen Glanzleistungen abliefern, allen voran Jeff Bridges, der viele Facetten zeigen darf. Ein paar Abzüge kann man dem Film geben für seine letztendlich dann doch recht simple Geschichte, deren raffinierte Erzählweise ein wenig darüber hinwegtäuscht, dass der Plot selbst nicht sonderlich originell ist. Insgesamt aber ein sehr sehenswertes und höchst vergnügliches Werk für all jene, die es schätzen, wenn sich eine Geschichte Zeit nimmt, um sich zu entfalten.


7,5
von 10 Kürbissen

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