Ute Bock Superstar (2018)

Regie: Houchang Allahyari
Original-Titel: Ute Bock Superstar
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Dokumentation
IMDB-Link: Ute Bock Superstar


Ute Bock war wohl eine der wichtigsten Österreicherinnen der letzten fünfzig Jahre. Ihre Arbeit verlief still und unspektakulär, zeigte aber große Wirkung. Sie wurde von rechten Idioten angefeindet – Youtube-Videos von Interviews kann man sich aufgrund der grässlichen Kommentare darunter kaum ansehen. Selbst nach ihrem Tod wird noch nachgetreten. Auch das zeigt aber, wie wichtig sie für unser Land war. Für alle, die von Ute Bock noch nicht gehört haben: Sie war eine Menschenhelferin, die in den späten Jahren sehr stark auf die Flüchtlingshilfe reduziert wurde. Aber eigentlich war es ihr egal, woher die Menschen gekommen sind und welchen Hintergrund sie hatten. Wenn einer in Not zu ihr kam, half sie. Ganz einfach. Mit ihrem Verein organisierte sie Schlafplätze für obdachlose Familien, sie half bei Behördenwegen, brachte Menschen, die auf die schiefe Bahn geraten waren, wieder zurück auf den richtigen Weg – und das alles mit einem liebevollen Grant und immer einem schlagfertigen Spruch auf den Lippen. Ute Bock war eine typische Wienerin – und in ihrem Handeln gleichzeitig einzigartig und untypisch. Denn sie sah nicht weg. Sie verstand die Menschen, ihre Nöte, ihre Ängste, und sie beschloss, nicht tatenlos zuzusehen, wenn Ungerechtigkeit an Menschen begangen wurden. Houchang Allahyari, der Ex-Schwager von Ute Bock, setzte ihr mit diesem insgesamt dritten Film, der um ihr Leben und Wirken kreist, einen filmischen Nachruf. In Interviews mit Familienangehörigen, Mitarbeitern und Menschen, denen die im Jänner 2018 Verstorbene geholfen hat, sowie mit Archivaufnahmen und Aufnahmen aus früheren Filmen zeichnet er ein Porträt dieser grandiosen Frau, das natürlich sehr subjektiv gefärbt ist. Aber es wird dennoch deutlich, was für eine eindrucksvolle Frau Ute Bock war. Die filmische Umsetzung der Dokumentation ihres Lebens mag durchschnittlich sein, Ute Bock selbst war es aber nicht. Ab Jänner 2019 kann man sich davon im Stadtkino im Künstlerhaus überzeugen.


6,5
von 10 Kürbissen

(Foto: Viennale)

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