Museum (2018)

Regie: Alonso Ruizpalacios
Original-Titel: Museo
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Drama, Krimi
IMDB-Link: Museo


Mitte der 80er Jahre rauben zwei Verlierertypen in einem unfassbaren Coup das anthropologische Museum in Mexico City aus und stehlen einige der wertvollsten Artefakte der prähistorischen mexikanischen Geschichte. Dass es aber mit einem Raub nicht damit endet, dass man wohlbehalten mit der Beute flüchten kann, zeigt Alonso Ruizpalacios‘ Gaunerstück „Museum“. Denn während die Exposition sehr kurz und knackig ausfällt und auch der Raub selbst in ökonomischer Laufzeit abgehandelt wird, fokussiert sich der Film dann mehr auf die Frage, was man den nun mit dem erbeuteten Diebesgut anstellen könnte. Da sitzt man nun auf einem unendlich wertvollen Schatz, der Millionen und Abermillionen wert ist. Doch kann man so eine alte Aztekenmaske ja schlecht in der Bank eintauschen. Und die Sendung „Bares für Rares“ gab es in den 80ern noch nicht. Hier zeigt sich nun die Limitierung der beiden Helden Juan und Benjamin (gespielt vom mexikanischen Ausnahmedarsteller Gael García Bernal und von Leonardo Otizgris). Denn auch wenn sie ihren Diebeszug mit unglaublichem Verve ausgeführt haben, so sind sie dennoch keine Verbrecher, die mit allen Wassern gewaschen sind. Familiäre Probleme, maßlose Selbstüberschätzung und eine Dosis Verzweiflung bringen die beiden in immer größere Probleme, und die Beute im Rucksack wandelt sich allmählich vom Heilsbringer zur allzu großen Bürde. Das führt zu einigen wirklich denkwürdigen und saukomischen Szenen, wenn die antiken Gegenstände allmählich immer mehr zweckentfremdet werden. Das ist alles sehr kurzweilig und gut anzusehen. Auch optisch macht der Film was her. Interessante Kameraperspektive und ein temporeicher Schnitt tragen ebenfalls zum Unterhaltungsfaktor bei. Allerdings ist der Film auch nicht frei von Schwächen. Denn die Motivation der beiden Möchtegern-Gangster wird nur unzureichend beleuchtet, und einen tieferen Sinn sucht man ebenfalls vergeblich, so sehr sich die erzählende Stimme aus dem Off auch bemüht, dem Geschehen einen intellektuellen Anstrich zu verpassen. Empfehlen kann man den Film trotzdem, denn zwei Stunden lang sorgt er für gut gemachte und durchaus spannende Unterhaltung.


6,0
von 10 Kürbissen

(Foto: Viennale)

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