Suspiria (1977)

Regie: Dario Argento
Original-Titel: Suspiria
Erscheinungsjahr: 1977
Genre: Horror
IMDB-Link: Suspiria


Für viele Filmfans gilt Dario Argentos „Suspiria“ als einer der besten Horrorfilme aller Zeiten. Da mein Verhältnis zu Horrorfilmen bestenfalls als kollegial distanziert zu bezeichnen ist, lief ich diesem Klassiker bislang nicht über den Weg. Nun aber ergab sich im Zuge des Remakes von Luca Guadagnino die Möglichkeit, diese Sichtung im Rahmen eines Double Features im Filmcasino nachzuholen. Und eines gleich vorweg: Gefürchtet hat sich der Kürbis eures Vertrauens nicht so sehr, aber er ist prächtig unterhalten worden. Denn Argentos Film ist ein Fiebertraum in Rot, Grün und Laut. Der Soundtrack der Progressive-Rock-Band Goblin quietscht und wummert und kreischt zu grell beleuchteten Bildern, auf denen sich ein eineinhalbstündiger Albtraum entfaltet. Die amerikanische Ballett-Tänzerin Suzie Bannion (Jessica Harper mit einer kühlen und doch verletzlichen Ausstrahlung) wird in Freiburg an einer der besten Tanzakademien Europas aufgenommen. Dort geht es nicht mit rechten Dingen zu, wie man recht bald und auch recht drastisch mit viel Kunstblut ausgemalt erfährt. Nachdem auch ihre Freundin und Kollegin Sara unauffindbar verschwindet, beschließt sie, auf eigene Faust im verwinkelten Haus zu ermitteln – und stößt dort auf Dinge, die besser im Verborgenen geblieben wären. Was ich an Suspiria mag, ist die grandios aufgebaute Atmosphäre. Schon von der ersten Szene an, der Ankunft von Suzie am Flughafen, wirken die farblich famos ausgeleuchteten Bilder mit dem passenden Ton dazu bedrohlich und unheimlich. Dabei ist der Film keinesfalls auf die von mir so verhassten Jumpscares aus. Nein, das Böse wird hier mit Fanfaren angekündigt, was seinen Griff aber nicht weniger schmerzlich macht, wenn es dann mal um die Ecke biegt. Was man allerdings bemängeln muss, das ist das Drehbuch selbst, das sich keinen Deut um inhärente Logik und konsistentes Verhalten der Protagonisten schert. „Suspiria“ lebt allein von seiner Atmosphäre, die Story selbst gehört eher in die Kategorie „gut gemeint“ als „gut gemacht“. Allerdings reicht das aus für einen spannenden und wahnsinnig unterhaltsamen (und teils aus heutiger Sicht wundervoll trashigen) Film.


7,5
von 10 Kürbissen

2 Kommentare

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