Das wandelnde Schloss (2004)

Regie: Hayao Miyazaki
Original-Titel: Hauro no Ugoku Shiro
Erscheinungsjahr: 2004
Genre: Animation, Fantasy
IMDB-Link: Hauro no Ugoku Shiro


Kaum zu glauben, aber ich musste 36 Jahre und ein paar zerquetschte Monate alt werden, um meinen ersten Animationsfilm von Hayao Miyazaki zu sehen. Die Wahl fiel auf „Das wandelnde Schloss“, und ohne jetzt eine Einordnung vornehmen zu können, wie sich die Qualität dieses Films im Vergleich zu den anderen Miyazaki-Klassikern verhält, kann ich sagen: Es hat sich definitiv gelohnt. Kaum ein anderes Fantasy-Werk, das ich bislang gesehen habe, weist eine solche Liebe zum Detail auf, so eine überbordende Fantasie und visuelle Überzeugungskraft. Jedes Bild ist ein Meisterwerk für sich, und beim Anblick des mechanisch durch die eindrucksvolle Bergkulisse stampfenden Schlosses schlägt jedes Steampunk-Herz höher. Apropos Herz: Das ist nicht nur hinter den Kulissen der treibende Motor für diesen Film, sondern auch für die Handlung selbst. Denn Sophie, eine junge Hutmacherin, hat eben dieses an den Zauberer Hauro verloren. Die böse Hexe aus dem Niemandsland, die selbst an Hauro interessiert ist, belegt Sophie aus Eifersucht mit einem Fluch: Fortan muss sie im Körper einer alten Frau ihr Dasein fristen. Durch Zufall gelangt sie in die Dienste des angebeteten Hauro. Und schon nimmt eine fantastische, durchaus komplexe und nicht immer ganz schlüssige (aber geschenkt!) Geschichte ihren Lauf, während im Hintergrund ein schrecklicher Krieg ausbricht, der von den Protagonisten bald verlangt, Flagge zu zeigen. Wie gesagt, die Stärke des Films liegt ganz eindeutig in der fantasievollen Umsetzung. Man kommt aus dem Staunen gar nicht heraus. Die Welt, die Miyazaki hier aufbaut, ist gleichermaßen fremd wie auch vertraut. Und man möchte, wenn man sich einmal eingefunden hat, in ihr verbleiben, auch wenn man nicht alles versteht. Die kleine Schwäche des Films: Nicht immer kann man die Handlungen zu 100% nachvollziehen, vor allem die Einbettung des Krieges ist voller Andeutungen und – für mich jedenfalls – schwer in allen Details zu entschlüsseln. Auch ist das Ende selbst ein bisschen zu zuckersüß ausgefallen. Aber sei’s drum – mein erster Miyazaki hat richtig viel Freude bereitet.

(Dieser Film ist als Reiseetappe # 30 Teil meiner Filmreisechallenge 2018. Mehr darüber hier.)


7,5
von 10 Kürbissen

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