Private Life (2018)

Regie: Tamara Jenkins
Original-Titel: Private Life
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Drama, Komödie
IMDB-Link: Private Life


Eine Familie zu gründen ist manchmal gar nicht so leicht. Bei manchen ist es ja so, dass sie nur an Sex zu denken brauchen, und schon ist fröhlich der Nachwuchs im Anmarsch. Bei Rachel und Richard (Kathryn Hahn und Paul Giamatti in einer 1A-Vorstellung eines intellektuellen Paares) ist das nicht so. Und weil beide schon die 40 überschritten haben und der Kinderwunsch sehr ausgeprägt ist, versuchen sie es nun bereits mit den letzten verbleibenden Mitteln: Einer künstlichen Befruchtung. Doch auch da stellen sich Hürden entgegen, sei es eine Auszeit von Richards Spermien oder die Altersmüdigkeit von Rachels Eiern. Diese beiden Komponenten dazu bringen, miteinander neues Leben zu erschaffen, ist in etwa so erfolgsversprechend wie der Versuch, aus Nord- und Südkorea einen gemeinsamen Einheitsstaat zu machen. Um die Chancen zu verbessern, dass doch noch ein kleiner Intellektueller in die Idylle mit Buch und Hund gesetzt wird, soll also nun ein Ei herangezogen werden, das sich quasi auf dem Höhepunkt seiner Vitalität befindet. Jung und knackig. Rachel braucht naturgemäß eine Weile, um sich mit dem Gedanken anzufreunden, aber als ihre Quasi-Nichte Sadie (Kayli Carter), nicht blutsverwandt, als College-Aussteigerin in das Leben des Paares geschneit kommt, tut sich da ein Fenster auf. Denn Sadie, die bislang nicht so wirklich etwas mit ihrem Leben anzufangen wusste, ist nur allzu bereit, ihren beiden Vorbildern den größten Wunsch zu erfüllen. Und das bleibt natürlich nicht komplikationsfrei, vor allem Sadies Mutter ist alles andere als begeistert von der Idee. Der Inhalt von „Private Life“ liest sich ein wenig wie eine Screwball-Komödie. Allerdings ist das Thema sensibel und mit vielen Zwischentönen umgesetzt. Die Komik ist nie aufgesetzt, und immer wieder übernehmen auch dramatische Töne die Regentschaft. Dabei hält der Film eine gute Balance. Auch das Schauspiel weiß durch die Bank zu überzeugen. Bis in die kleinsten Nebenrollen ist der Film gut und glaubwürdig besetzt. Und auch wenn ich selbst mit dem Thema der Familiengründung so gar nichts anfangen kann, hat mich der Film trotz seiner längeren Laufzeit von etwa zwei Stunden gut unterhalten. Dass er ewig in Erinnerung bleiben wird, glaube ich zwar eher nicht, aber empfehlenswert ist die Sichtung dennoch.


7,0
von 10 Kürbissen

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