Briefe aus dem Jenseits (1947)

Regie: Martin Gabel
Original-Titel: The Lost Moment
Erscheinungsjahr: 1947
Genre: Drama, Thriller, Liebesfilm
IMDB-Link: The Lost Moment


Der Verleger Lewis Venable (Robert Cummings) kommt Anfang des 19. Jahrhunderts nach Venedig, um dort nach den Briefen eines berühmten Dichters an seine Geliebte zu suchen, die er dann für gutes Geld veröffentlichen möchte. Dafür quartiert er sich unter dem falschen Namen im Haus der ehemaligen Geliebten an. Diese ist nicht mehr ganz taufrisch, denn die Episode mit dem berühmten Dichter liegt nun schon mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Ihre Nichte Tina (Susan Hayward) ist von dem Besuch weniger begeistert und lässt ihn das auch spüren. Zur Tante selbst entwickelt Lewis allerdings schon bald ein recht gutes Verhältnis, auch wenn die alte Dame, deren faltige Hände sich immer recht unentspannt an die Lehnen ihres Stuhls klammern, ein wenig creepy wirkt. So wie eigentlich auch das ganze Haus, das viel zu groß für die beiden Damen und ihre Haushälterin ist. Und das einige verwinkelte Ecken aufweist, in denen es sich nachts hervorragend herumschleichen lässt. Schon bald ist Lewis auf der Suche nach den verschollenen Briefen tiefer in die persönlichen Angelegenheiten der kleinen Damenrunde verwickelt, als es ihm lieb ist. Vor allem Tina gibt ihm so einiges zu denken auf. „The Lost Moment“ (der deutsche Titel „Briefe aus dem Jenseits“ ist eher irreführend) ist ein klassischer Film Noir. Die Gänge sind dunkel, die Mienen finster, die Schatten lang wie die Nächte, und hinter jeder Ecke lauert ein Geheimnis. Als Vorlage diente Henry James‘ Novelle „The Aspern Papers“, und man merkt dem Film den Geist der Vorlage aus dem 19. Jahrhundert durchaus an. Das erhöht durchaus die Eleganz und damit auch den Reiz des Films. Die Auflösung ist mir persönlich dann etwas zu einfach gestrickt geraten, aber dennoch unterhält der Film auch heute noch sehr gut mit seiner stimmungsvollen Atmosphäre, dem gelungenen Schauspiel und gut inszenierten Spannungsmomenten.

(Dieser Film ist als Reiseetappe # 16 Teil meiner Filmreisechallenge 2018. Mehr darüber hier.)


6,5
von 10 Kürbissen

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