Greatest Showman (2017)

Regie: Michael Gracey
Original-Titel: The Greatest Showman
Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Musical, Biopic, Drama
IMDB-Link: The Greatest Showman


Hollywood liebt Geschichten über das Showbusiness. Und wenn diese auch noch in Form eines Musicals erzählt werden, haben Produzenten feuchte Augen vor Freude. „The Greatest Showman“, der lose auf der Biographie von P.T. Barnum, einem Pionier des Zirkus, basiert, war auch ein großer Erfolg. Hugh Jackman darf mal wieder singen (und das tut er ja sehr gerne), Zac Efron darf zeigen, dass er nicht nur gelangweilt aussehen kann, Michelle Williams darf hingegen ausnahmsweise mal gelangweilt sein (und mit Handkuss den wohl beträchtlichen Scheck für ihre Nebenrolle, in der sie hoffnungslos unterfordert ist, einstreifen), und die Sängerin Keala Settle singt mit „This Is Me“ eine der großen Hymnen der vergangenen Filmjahre. Auch ist die Geschichte des Zirkus der Außenseiter unterhaltsam erzählt, und die Showeinlagen wissen durchaus zu überzeugen. So weit, so gut. Allerdings kümmert sich der Film nicht um historische Exaktheit, sondern trampelt sogar mit großen Elefantenfüßen (und das ist wortwörtlich gemeint) auf den historischen Begebenheiten herum. Das ist wahnsinnig schade und unnötig, denn so verkommt der Film zu einer Feelgood-Kitsch-Orgie, das viele ernste und gut gemeinte Themen mit einem Zuckerguss überstreut, der eine eingehendere Beschäftigung fast unmöglich macht. Es fehlen die leisen Zwischentöne. Für einen unterhaltsamen Filmabend reicht es allemal – dafür sorgen allein schon die Schauwerte des Films – aber richtig berühren konnte mich „The Greatest Showman“ nur selten, da er nur zu offensichtlich darauf abzielt, auf die Tränendrüsen zu drücken. Wer dafür empfänglich ist (und das ist völlig wertfrei gemeint), wird seine große Freude an diesem handwerklich gut gemachten und von den Darstellern mit viel Enthusiasmus gespieltem Film haben. Wer es allerdings etwas subtiler mag, wird wohl erschlagen vom Bombast.

(Dieser Film ist als Reiseetappe # 44 Teil meiner Filmreisechallenge 2018. Mehr darüber hier.)

 


5,5
von 10 Kürbissen

11 Kommentare

  1. Kann mich da im Wesentlichen nur anschließen. Ich selbst hatte mit dem Film auch ein größeres Problem vor allem mit der Botschaft, die er vermittelt. Oder zumindest die bei mir angekommen ist. Wie ich den Kommentaren unter meinem Beitrag entnommen habe, sehen das nämlich nicht alle so ;)
    https://magofilmtipps.wordpress.com/2018/12/20/film-the-greatest-showman-die-illusion-von-menschlichkeit/

    Ein Wort noch zur Filmreise Challenge. Ich bin mir nicht so sicher, ob der Film zu Aufgabe 44 passt. Ich hatte das so verstanden, dass die „Verfilmung eines Musicals“ nicht einen Film meint, der zufällig ein Musical ist. Sondern ein Bühnenmusical, dass nachträglich verfilmt wurde. Aber wir wollen jetzt mal nicht päpstlicher sein als der Papst :P

    Gefällt 1 Person

  2. Ich fand den Film tatsächlich richtiggehend schlecht. Um so mehr überrascht es mich, dass er in meinem Bekanntenkreis gerade nochmal enthusiastisch gefeiert wird, hochgelobt wird wegen der Musik. Kann ja sein, dass die Musik gut ist, aber mich hat die Oberflächlichkeit und gewollte Feelgood-Stimmung derart abgeturnt, dass ich der Musik nichts mehr abgenommen habe. Hugh Jackman kann doch so viel mehr!!

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s