Projekt 50/50 – mein Fazit

Vielleicht erinnert ihr euch noch daran. Mein Neujahrsvorsatz für 2018 war mein „Projekt 50/50„, also die Sichtung gleich vieler Filme, die von Frauen gedreht wurden, wie Filme, bei denen Männer im Regiestuhl saßen. Ich habe das für mich selbst im Laufe des Jahres noch spezifiziert auf „mir neue Filme“, habe also Re-Watches ausgeschlossen (auch wenn 2018 nur 12 Re-Watches dabei waren).

Und so ist es ausgegangen:

Von 283 Filmen, die ich neu gesehen habe, sind 144 von Frauen gedreht worden und 139 von Männern. Die 50/50-Quote ist also geschafft.

Ich habe dabei viele spannende Schätze gehoben, die sonst völlig an mir vorbeigegangen wären, und ich habe auch viele Filme gesehen, auf die ich sonst bewusst verzichtet hätte, da sie mich thematisch nicht wirklich angesprochen haben, die aber dann doch mein Sichtfeld wieder erweitert haben. Ganz einfach war es nicht – manchmal fühlte ich mich tatsächlich wie ein Perlentaucher auf der Suche nach Filmen, die von Frauen gedreht wurden, denn meistens hängt ihnen ja kein Fähnchen an, das auf die weibliche Urheberschaft hinweist. Ich kenne nun die tiefsten Tiefen von Amazon, Netflix und Moviepilot.

Interessant (und bedenklich) ist, dass mir ausgerechnet die Viennale fast die Quote verhagelt hat und das trotz neuer weiblicher Festival-Direktorin. Damit hätte ich nicht gerechnet, denn sowohl auf der Berlinale als auch am Crossing Europe Festival in Linz war es deutlich einfacher, interessante Filme, die von Frauen gedreht wurden, zu finden. Auf diesen Punkt in einem Interview mal angesprochen, antwortete Eva Sangiorgi, die Viennale-Direktorin, übrigens sinngemäß, dass sie die Filme nach Qualität und nicht nach Quote aussuchen wolle. Fair enough. Allerdings erklärt mir das dennoch nicht das Fehlen vieler großartiger Filme von Frauen, die auf der Berlinale oder in Linz mit großem Zuspruch gelaufen sind, den Weg nach Wien aber nicht gefunden haben. Hier darf in den nächsten Jahren gerne noch nachgezogen werden.

Wie geht es nun weiter? Auch 2019 möchte ich mein Projekt 50/50 fortführen. Auch deshalb habe ich bei meinem neuen Projekt „1001 Filme“ die Messlatte mit 30 Filmen pro Jahr etwas weiter unten angesetzt, da erschreckenderweise Filme von Frauen in diesem Buch so gut wie nicht vorkommen, sich also alle Filme, die ich für dieses neue Projekt ansehe, negativ auf die Quote auswirken werden. Mal schauen, ob ich diese beiden Anforderungen unter einen Hut bringen kann. In einem Jahr werdet ihr mehr wissen. Bis dahin: Viel Spaß mit meinen Reviews 2019 und natürlich noch viel mehr beim Filmschauen!

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