RBG – Ein Leben für die Gerechtigkeit (2018)

Regie: Julie Cohen und Betsy West
Original-Titel: RBG
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Dokumentation
IMDB-Link: RBG


Ich muss gestehen, mir sagte der Name Ruth Bader Ginsburg nicht viel. Am ehesten bringt man sie hierzulande in Verbindung mit dem Präsidentschaftswahlkampf von Donald Trump, gegen den sie sich, Richterin am US-amerikanischen Supreme Court, also dem höchsten Gericht des Landes, öffentlich ausgesprochen hatte, was zu einem kleinen Skandal führte, denn von Mitgliedern des Supreme Courts wird erwartet, unpolitisch nach außen zu agieren. Über dem Teich ist Ruth Bader Ginsburg aber ein Superstar. Es gibt ihr Konterfei auf Tassen und Plakaten, irgendein Genie hat ihr den Spitznamen Notorious RBG verliehen, und der Hollywood-Film „On the Basis of Sex“, in dem sie von Felicity Jones gespielt wird, erzählt von ihrem Leben. Dabei hätte kaum jemand weniger Potential für ein solch öffentlichkeitswirksames Role Model wie Richterin Ginsburg. Zierlich ist sie und schüchtern. Sie trägt große Brillen, hat oft ein versonnenes Lächeln auf den Lippen, und lieber erzählt sie von ihrem Mann, ein erfolgreicher Steueranwalt, der immer für einen Spaß gut war, als von sich selbst. Dabei wären die USA heute in Sachen Frauenrecht noch in der Steinzeit ohne ihr. Seit den 70ern kämpfte sie entschlossen und mit brillantem Verstand gegen die Unterdrückung von Frauen in der amerikanischen Gesellschaft und zwang den Supreme Court immer wieder in die Knie, bis sie ihm schließlich selbst angehörte und darin die Stimme für Chancengleichheit, Fairness und sozialem Gewissen wurde. Auch an Kritik des inzwischen nach rechts gerückten Gerichts und dessen Urteile sparte sie nicht. Diese zierliche Frau ist eine Kämpferin, die nie müde wird, doch ihren Kampf trägt sie mit subtilen Mitteln und immer großem Respekt vor den Menschen aus. Man kann nicht anders: Nach Sichtung dieses Films hegt man die größte Bewunderung vor dieser starken Frau, die eine ganze Gesellschaft mitgeformt hat und das unprätentiös, uneigennützig und getrieben von einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Vielleicht ist die Darstellung für eine Biographie etwas einseitig geworden, aber der Film ist sehenswert und bringt einem diese interessante Frau näher. Möge sie der Welt noch viele Jahre erhalten bleiben.


7,0
von 10 Kürbissen

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