Stromboli (1950)

Regie: Roberto Rossellini
Original-Titel: Stromboli, terra di Dio
Erscheinungsjahr: 1950
Genre: Drama
IMDB-Link: Stromboli, terra di Dio


Ingrid Bergman, die unterkühlte Schöne. Da kann man sich schon mal hinreißen lassen. Wie etwa der sizilianische Kriegsflüchtling Antonio (Mario Vitale). Noch im Flüchtlingslager macht er der von Bergman gespielten Litauerin Karin einen Antrag, den sie mangels Alternativen annimmt. Das heißt aber auch, dass sie mit ihm zurückgehen muss in sein Fischerdorf auf der Vulkaninsel Stromboli. Viel ist dort ja nicht los. Das Dorf ist halb verlassen, da die Jungen ihr Glück woanders suchen, nur die Alten sind noch da oder aus den Staaten zurückgekehrt, und hin und wieder spuckt einem der Vulkan Steine auf den Schädel. Dass sich die wohlerzogene Dame da nicht gleich pudelwohl fühlt, ist nur verständlich. Ein bisschen mehr bemühen könnte sie sich aber schon. So ein Flirt mit dem Leuchtturmwärter, wenngleich auch harmlos, trägt aber nicht eben zum guten Bild bei, und schon bald hat sie das ganze Dorf gegen sich aufgebracht. Da nutzt es dann auch nichts mehr, dem Dorfpfarrer schöne Augen zu machen. Und Antonio? Nun, der hat ein kindliches Gemüt und checkt nicht so wirklich wie er seine Frau glücklich machen kann. (Was aber angesichts ihrer Ansprüche ohnehin ein zu hoch gesetztes Ziel wäre.) Dramatische Verdichtung nennt man das, was dann nach einer Weile geschieht: Karin erfährt von ihrer Schwangerschaft und der Vulkan Stromboli bricht aus. Und schon haben wir den Salat. „Stromboli“ ist vielleicht nicht Rossellinis bestes Werk, aber dank einer großartig spielenden Bergman, eindrucksvoller Landschaftsaufnahmen und einer authentischen Darstellung des sizilianischen Dorfs kann der Film auch heute noch überzeugen. Und das dramatische Ende entschädigt auch für die eine oder andere Länge, die sich zwischendurch einschleicht.


7,0
von 10 Kürbissen

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