Colette (2018)

Regie: Wash Westmoreland
Original-Titel: Colette
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Biopic, Historienfilm
IMDB-Link: Colette


Eines ist klar: Wenn man mit dem imposanten Namen Wash Westmoreland gesegnet ist, muss man einfach Historienfilme drehen. Und das stellt sich hier als großes Glück für das Publikum heraus, denn Westmorelands Biopic „Colette“ über die berühmte französische Schriftstellerin ist wundervollste Unterhaltung mit einem grandios aufgelegten Cast, üppiger Ausstattung, einem Thema von aktueller Relevanz und einer temporeichen Inszenierung, die einfach Spaß macht. Vordergründig erzählt der Film die prägenden Ehejahre der jungen Gabrielle Claudine Colette (Keira Knightley) nach, die als Ghostwriterin für ihren Ehemann Willy (Dominic West) arbeitete, bis sie endlich aus seinem Schatten treten konnte – und später zur der gefeierten Literatin Frankreichs und Nobelpreiskandidatin wurde. Hintergründig geht es aber um viel mehr: um die Freiheit der Frauen und den von Widerständen geprägten Weg, den sie dabei zurücklegen mussten (und noch immer müssen), um die Frage nach Selbstbestimmung und dem Suchen nach Glück auch gegen alle Konventionen. Das Schöne an „Colette“ ist, dass die Hauptfigur nicht mal zu Beginn ein armes Hascherl ist, das erst sich selbst finden muss – im Gegenteil: Von Anfang an ist Colette eine starke Persönlichkeit, die sich, obwohl vom Land kommend, auch gleich mal im Haifischbecken der Pariser Gesellschaft behauptet und dort allesamt in die Tasche steckt. Der weitere Weg, den sie bestreitet, ist nur konsequent. Hier wird das Porträt einer starken Frau gezeichnet. Was „Colette“ aber über das Niveau ähnlicher Biopics hinaushebt, ist neben dem eindrucksvollen Spiel von Knightley und West die intelligente und flotte Erzählung. Kostümfilme haben oft das Problem, dass die Inszenierung dem Pomp der Ausstattung folgen möchte und damit das Tempo verschleppt wird. Das ist bei „Colette“ definitiv nicht der Fall. Die Dialoge sind messerscharfe Schlagabtausche, und auch Musik, Kamera und Schnitt haben den Schalk im Nacken, der gleiche Schalk, der auch Knightleys Colette immer wieder aus den Augen blitzt. Und so vergehen auch zwei Stunden rasant. „Colette“ ist ein selbstbewusster Film über eine selbstbewusste Frau.


8,0
von 10 Kürbissen

(Foto: Filmladen)

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