Robin Hood (2018)

Regie: Otto Bathurst
Original-Titel: Robin Hood
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Action, Abenteuerfilm
IMDB-Link: Robin Hood


Otto Bathurst: Das ist ein Name, den man sich merken muss. Um ihm nämlich künftig weiträumig aus dem Weg zu gehen. Wenn eine weitere Verfilmung des Robin Hood-Themas schon etwas ist, was die Welt nicht braucht, so ist der Film dieses bis dato unbekannten Regisseurs als Verbrechen an den arglosen Kinobesuchern zu betrachten, die in Erwartung eines modern inszenierten Actionkrachers Geld ausgegeben haben. Bei diesem Totalschaden von Film „findet nicht zusammen, was nicht zusammen gehört“, um den grandiosen Restaurantkritiker Severin Corti zu zitieren, der einmal im Auftrag des investigativen Extremjournalismus vom Standard in die „Gräfin vom Naschmarkt“ geschickt wurde und wohl nur knapp mit dem Leben davonkam, wie man der Rezension, die von diesem Abenteuer berichtet, entnehmen kann. Jedenfalls weiß ich nun wirklich nicht, was ich weniger empfehlen kann: Ein Abendessen in der „Gräfin“ oder den Kinobesuch von Robin Hood. Für beides braucht man einen ausgesprochenen Saumagen. Beginnen wir bei der Besetzung: Taron Egerton ist zwar ganz sympathisch, aber von einem Robin Hood so weit weg wie ein McDonald’s-Laden von der Gourmetküche. Eve Hewson hat immerhin unwahrscheinlich blaue Augen (und so unwahrscheinlich, wie sie wirken, dürften sie auch sein dank guter Kontaktlinsen), ist aber sonst von Maid Marian so weit weg wie Taron Egerton von Robin Hood – und das kann man im vorigen Satz nachlesen (als Tipp für alle Goldfische mit ultrakurzem Kurzzeitgedächtnis, die meinem Blog folgen). Ben Mendelssohn ist mal wieder der arme Hund, der nur finster schauen und sich in etwas, was an eine SS-Uniform erinnert, schmeißen darf. Und Jamie Foxx wird bitte gebeten, seinen Oscar zurückzugeben. Die Story ist völlig konfus und voller Logiklöcher, die Action lahm inszeniert, die Effekte sehen so aus, als wäre der Produktion mittendrin das Geld ausgegangen, und das Schlimmste habe ich dabei noch gar nicht erwähnt: Der Versuch, dem Stoff einen modernen Anstrich zu verpassen, ist so etwas von kläglich gescheitert, dass man fast Mitleid mit den Machern haben muss. Alte Helden in neue Kleider zu stecken und die Kulissen in einem pseudo-modernen Historizismus zu verkleiden, kann sich vielleicht ein Guy Ritchie erlauben (und selbst der wird dafür abgestraft), aber kein Otto Bathurst. Ein Film zum Vergessen. Und zwar möglichst schnell, ehe dauerhafte Schäden zurückbleiben.


2,0
von 10 Kürbissen

3 Kommentare

  1. Dass Jamie Foxx überhaupt einen Oscar hat, ist ein schlechter Witz. Ich hab bisher nichts gutes über diesen Rumpf von Film gelesen. Ne da schaue ich lieber zum zehnten mal Kevin Costner als Robin Hood, auch wenn der auch nicht perfekt ist.

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