Idol (2019)

Regie: Lee Su-Jin
Original-Titel: Woo Sang
Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Thriller
IMDB-Link: Woo Sang


Berlin. Die Sonne lacht vom Himmel, mit federnden Schritten erscheine ich im Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz, wo das Pressebüro der Berlinale untergebracht ist, „lasst mich mal durch, ich gehöre hier dazu“, und einige Minuten später stolziere ich mit meinem Akkreditierungs-Badge wie ein Pfau an der ewig langen Schlange vor dem Ticketschalter im CineStar-Kino vorbei, „ja, ich bin Presse“, und bemitleide den armen Pöbel ein wenig, ich würde so etwas ja nie machen, mich stundenlang in eine Warteschlange für Kinotickets für ein Filmfestival zu stellen, vielleicht sogar in aller Herrgottsfrüh aufzustehen, um extra früh da zu sein, gell, Viennale? Husthust. Meine Erstsichtung auf der diesjährigen Berlinale, die ich dieses Jahr nur die letzten paar Tage besuchen kann, ist auf den Film „Idol“ von Lee Su-Jin gefallen. Es beginnt also in Südkorea. Und dort hat ein hochrangiger Politiker erst einmal ein kleines Problem, weil der Spross mit dem Auto einen Jungen umgemäht hat. Der Lösungsansatz der Ehefrau und Mutter wäre ja ein ganz praktikabler: Man schrubbt das Blut von der Karre und versenkt das Opfer irgendwo still und heimlich im Nirgendwo. Aber weil sich der Politiker als moralischer Mensch sieht, geht das so nicht, also muss sich der Nachwuchs der Polizei stellen und das Opfer bringt man schön wieder dorthin, wo man es gefunden hat. Bleibt immer noch ein Unfall mit Fahrerflucht, aber solange niemand etwas Anderes gesehen hat, kommt man damit glimpflich davon. Nur stellt sich schon bald heraus: Es hat jemand etwas gesehen. Die Frau des Opfers nämlich, die als illegale Einwanderin panisch die Flucht vom Tatort ergriffen hat. Der Vater des Opfers und der Vater des Täters suchen die nun beide gleichermaßen – aus unterschiedlichen Gründen. Und so entspinnt sich bald ein Katz-und-Maus-Spiel, das dank dunkler Motive und der Beteiligung weiterer Protagonisten immer verworrener und blutiger wird. „Idol“ ist ein Film, der durchaus interessant anzusehen ist, aber wenn irgendjemand den Film mal sehen und tatsächlich verstehen sollte, bitte ich um sachdienliche Hinweise. Je weiter der Film fortschreitet, desto planloser wurde ich beim Sichten. Ich habe mich zwar nicht gelangweilt, aber eine kohärente Zusammenfassung der Handlung könnte ich keine geben. Deshalb schreibe ich lieber über die Abholung von Presse-Badges und das Berliner Wetter, um die Zeilen zu füllen.


5,5
von 10 Kürbissen

(Foto: Vill Lee Film)

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