Alita: Battle Angel (2019)

Regie: Robert Rodriguez
Original-Titel: Alita: Battle Angel
Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Science Fiction, Action
IMDB-Link: Alita: Battle Angel


Mit Teenagern hat man es schwer. Sie halten sich einfach nicht an die Hausregeln, sind nach Einbruch der Dunkelheit noch unterwegs, verknallen sich in windige Typen und zerlegen gelegentlich mal eine Bar voller grimmiger Kopfgeldjäger. Zumindest, wenn man es sich bei dem Teenager um einen Cyborg mit Gedächtnislücken und einigen spannenden Special Effects in der Programmierung handelt. Dem Schöpfer Dr. Ido (Christoph Waltz), der das intakte Hirn auf einer Müllhalde gefunden hat und ihm einen neuen Körper geschenkt hat, gefällt es natürlich weniger, dass seine Alita (Rosa Salazar + viel CGI) in der Vergangenheit, an die sie sich eben nicht erinnert, offenbar auf den Schlachtfeldern ordentlich aufgeräumt hat. Aber das liegt ja weit zurück, und erst einmal ist sie wirklich entzückend am Flirten mit dem Draufgänger Hugo (Keean Johnson). Die Welt, in der sie leben, ist nicht unbedingt freundlich. Das liegt vor allem daran, dass während des „Großen Falls“ alle Himmelsstädte mit einer Ausnahme abgestürzt sind. Die eine Ausnahme hängt nun über der vermüllten Stahlstadt, in der das Geschehen rund um den Cyborg Alita stattfindet – und ist eine klar verbotene Zone. Während unten die Gesetzlosigkeit regiert, scheinen oben Milch und Honig zu fließen, aber Genaues weiß man nicht. Klar weckt das Begehrlichkeiten auf allen Seiten. Und bald schon ist einiges los, und Alita macht nicht nur große Augen, sondern ist auch mittendrin im Geschehen. Das ist durchaus erbaulich und nett anzusehen. Die Steampunk-Welt ist detailreich gestaltet, wirkt aber manchmal wie ein Best Of der großen Science Fiction-Klassiker. Eine echt dünne Suppe ist die Story selbst, aber gut – wie es aussieht, handelt es sich dabei um den ersten Teil von mehreren. Da kann man also über Storyschwächen und eine gewisse Ratlosigkeit, die sich manchmal breit macht, getrost hinwegsehen mit der Hoffnung, dass diese im folgenden Film aufgelöst und mit Fleisch auf den Knochen versehen werden. Was allerdings echt ärgerlich ist, sind die vielen Klischees, die vor allem in den Dialogen bedient werden. So bleibt selbst ein Christoph Waltz farblos, und das ist schade. Trotzdem: Optik und Action machen diese Schwächen zu einem großen Teil wieder wett. Kann man sich ansehen, ist aber nicht der große Wurf, den ich mir im Vorfeld von einem Regisseur wie Robert Rodriguez erhofft hätte – dafür war der Film teils dann doch zu simpel gestrickt.


6,0
von 10 Kürbissen

Ein Kommentar

  1. Es stimmt, Alita: Battle Angel zitiert so einiges, und es erinnert auch viel an die uns wohlbekannten Klassiker zwischen Rollerball und Judge Dredd – es wirkt für mich aber nicht wie ein plumper Versuch, all diese Versatzstücke unbedingt auf die Reihe zu bekommen, sondern wie – um mal die Schmiedezunft zu bemühen – wie eingeschmolzenes Altmetall, aus dem eine neue Klinge zurechtgehämmert wird. Schmiedin selbst ist Rosa Salazar als Alita, und es gelingt dem Film das Kunststück, ein CGI-Mädel wie diesem tatsächlich Charisma zu verleihen. Sowas gerät oft seelenlos, aber nicht hier. Und das macht Rodriguez Werk für mich mehr zu etwas Besonderem. Des weiteren finde ich den Aspekt der Frage nach dem Mensch-Sein interessant.

    Meine etwas andere Meinung bzw. Analyse dazu gibts wie immer auf FILMGENUSS unter https://filmgenuss.com/2019/02/27/alita-battle-angel/

    Gefällt 1 Person

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