Thank You for Bombing (2015)

Regie: Barbara Eder
Original-Titel: Thank You for Bombing
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Episodenfilm, Drama, Kriegsfilm
IMDB-Link: Thank You for Bombing


Mit Episodenfilmen ist es oft so eine Sache. Vielfach mag man bei solchen Filmen einzelne Geschichten, während andere so gar nicht zünden. Bei „Thank You for Bombing“ von der österreichischen Filmemacherin Barbara Eder sind zumindest alle drei Episoden des Films auf einem gleichbleibenden Level. Unterschiedlich sind nur die Charaktere und die Sprachen. In der ersten Episode wird ein alternder Journalist, verkörpert von Erwin Steinhauer, dessen grundsätzlich traurige Miene gut zur Figur passt, von seinem Chef nach Kabul geschickt, denn dort spielt es sich ab. Allerdings kommt er nicht über den Flughafen Wien-Schwechat hinaus, denn der traumatisierte Reporter vermeint einen Kriegsverbrecher aus dem Jugoslawien-Krieg wiederzuerkennen. Statt nach Kabul zu fliegen, lauert er diesem Burschen auf und versucht, ihn dingfest zu machen. In der zweiten Episode versucht die amerikanische Reporterin Lana in Kabul (Manon Kahle), als Kriegsreporterin ernst genommen zu werden. Da sie hübsch und blond ist, wird sie weder von den Kollegen noch von den von ihr Interviewten sonderlich respektiert. Um zu zeigen, wie tough sie ist, geht sie, als sie die Chance einer Investigativ-Story erhält, immer größere Risiken ein. Die dritte Episode schließlich zeigt den zynischen Reporter Cal (Raphael von Bargen), der sich in Afghanistan fürchterlich langweilt. Als auch noch seine Freundin via Skype Schluss mit ihm macht, brennen ein paar Sicherungen durch. „Thank You for Bombing“ zeigt das Geschäft mit den Nachrichten auf eine ungeschönte Weise. Das Problem bei der ganzen Sache ist nur dieses, dass der Film selbst ein wenig der Sensationsgier verfällt, was der eigentlichen Botschaft diametral entgegen steht. Und wenn ich zu Beginn geschrieben habe, dass alle drei Episoden qualitativ auf einem gleichbleibenden Level sind, so sagt das per se noch nicht viel über die Gesamtqualität aus. Denn alle drei Episoden sind gleichermaßen monoton inszeniert. So erinnert „Thank You for Bombing“ trotz des brisanten Themas eher an einen Fernsehfilm. Gut gemeint und phasenweise thematisch interessant, aber nichts, was einen wirklich aufrüttelt.


5,0
von 10 Kürbissen

(Foto: Filmladen)

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