Destroyer (2018)

Regie: Karyn Kusama
Original-Titel: Destroyer
Erscheinungsjahr: 2018
Genre: Drama, Krimi, Thriller
IMDB-Link: Destroyer


Es gab eine Zeit, in der Nicole Kidman botoxbedingt die Mimik eines Kühlschranks aufbrachte. Diese Zeit ist zum Glück vorbei. Älter werden ist gar nicht so schlimm, ein paar Fältchen können ja auch sehr sympathisch wirken, vor allem wenn sie sich als Lachfalten um die Mundwinkel ziehen. Doch viel zu lachen hat Nicole Kidman in Karyn Kusamas Film „Destroyer“ nicht. Und mit den Falten hat sie es auch ein wenig übertrieben. Ihre Detective Erin Bell wird zu Beginn jedenfalls als wandelnde Depression auf zwei Beinen vorgestellt. Diese Frau geht zum Lachen nicht einmal in den Keller, die quittiert einen guten Witz höchstens mit einem Fußtritt in das Allerheiligste. Dass so etwas nicht von ungefähr kommt, ist klar. Und so rollt sich allmählich anhand des Falls, in dem sie ermittelt, ihre eigene Vergangenheit auf, in der sie als junge Undercover-Polizistin mit ihrem Kollegen Chris (Sebastian Stan) eine auf Bankraube spezialisierte Vereinigung unter dem Boss Silas (Toby Kebbell) infiltriert hat. Und dabei ist nicht alles so rund gelaufen, wie man sich das im Vorfeld ausgedacht hat. 17 Jahre später plagt sie sich mit den Geistern der Vergangenheit herum und verfolgt eine sehr persönliche Agenda. Kleinere familiäre Probleme mit dem Nachwuchs erleichtern das Unterfangen nicht unbedingt. „Destroyer“ ist ein sehr entschleunigter Krimi, der einem gängigen Muster folgt: Kaputte Polizistin wird mit Fehlern der Vergangenheit konfrontiert. Allzu viele Kreativitätspunkte kann ich dafür nicht vergeben. Bleibt das Spiel von Nicole Kidman, die für ihre Rolle viel Lob einheimsen konnte. Doch obwohl ich Kidman mag, kann ich mich dem allgemeinen Jubelreigen nicht anschließen, da sie ihre Erin Bell für mich etwas zu grimmig anlegt und damit fast zur Karikatur werden lässt. Hier wollte sie meiner Meinung nach zu viel. Ein etwas subtileres Spiel hätte nicht geschadet. So ist „Destroyer“ ein seriöser Film, dem man seine Ambitionen anmerkt, aber die Rädchen greifen nicht ineinander und stellenweise breitet sich Fadesse aus. Das Ende weist mit einem schönen Twist auf, aber das hebt den Film für mich auch nicht mehr über den Durchschnitt hinaus. Einen halben Punkt dazu gibt es für die Verwendung des Songs „Gardenia“ von Kyuss im Soundtrack.


5,5
von 10 Kürbissen

(Foto: Filmladen)

2 Kommentare

  1. Ich mochte den Film so gar nicht. Die Handlung plätscherte so dahin und kam irgendwie nicht richtig von der Stelle. Auch die Leistung Frau Kidmans konnte mich nicht wirklich packen. Abgefuckt auszusehen reicht eben auch nicht immer, um glaubwürdig zu wirken.

    Gefällt 1 Person

    1. Stimmt genau. Und ich habe noch mal darüber nachgedacht. Ein großer Teil des Problems mit der Figur bzw. der Darstellung von Nicole Kidman liegt wohl darin, dass sie als ältere Erin Bell mit der jüngeren Erin Bell nichts mehr gemeinsam hat – das sind im Grunde zwei unterschiedliche Figuren. Und ja, auch wenn traumatische Ereignisse Menschen verändern lassen, aber genau der Veränderungsprozess selbst wird bei dem Film ja ausgespart, und damit ist diese Veränderung eine bloße Behauptung, die man selbst als Zuseher nicht nachvollziehen kann.

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