Harlekin (1931)

Regie: Lotte Reiniger
Original-Titel: Harlekin
Erscheinungsjahr: 1931
Genre: Animation, Kurzfilm
IMDB-Link: Harlekin


In der Filmkunst Lotte Reinigers liegt eine besondere Magie. Mit einfachen Scherenschnitten erweckte sie fantastische Helden und Orte zum Leben. Sie gilt als Pionierin des Trickfilms und war, was Kreativität und liebevolle Detailgestaltung betrifft, ihrer Zeit wohl deutlich voraus. Ihr Kurzfilm „Harlekin“ von 1931 ist ein Meisterwerk, das nur übertroffen wird von ihrem fünf Jahre zuvor erschienenen Langfilm Die Abenteuer des Prinzen Ahmed. In „Harlekin“ erzählt sie die Geschichte eines gefallenen Narren, der zunächst durch die Gegend streicht und Unsinn anstellt, sich dann aber in eine Zofe verliebt, während deren Herrin selbst ein Auge auf den Harlekin geworfen hat. Das führt natürlich zu unangenehmen Verwicklungen. Großartig ist neben der vielschichtig aufgebauten Story auch die Umsetzung mit Landschaften, die aufgrund von mehreren Schichten eine außergewöhnliche Tiefenwirkung bekommen. Aber auch Details wie beispielsweise eine Nacktszene überraschen und unterstreichen das Visionäre in Reinigers Werk. Ich hätte kaum geglaubt, dass man dermaßen mit Papierfiguren, die noch dazu als Schatten auf dem Bildschirm tanzen, so mitfiebern kann. Aber dank ihrer Besessenheit und Detailverliebtheit gelang es Reiniger, diesen Papierschatten eine Seele einzuhauchen. Wer Filme liebt und Kreativität zu schätzen weiß, kommt an Lotte Reinigers Scherenschnitt-Filmen, die ausgezeichnet gealtert sind, nicht vorbei. Noch dazu ist ihr Werk größtenteils frei zugänglich über Plattformen wie Youtube und Co. Ausreden gibt es also nicht.


8,0
von 10 Kürbissen

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