Godzilla II: King of the Monsters (2019)

Regie: Michael Dougherty
Original-Titel: Godzilla: King of the Monsters
Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Fantasy, Action
IMDB-Link: Godzilla: King of the Monsters


Godzilla, die Eidechse mit Hormonproblemen, blickt auf eine lange Filmkarriere zurück. Begonnen hat alles 1954 mit einem Gummikostüm. In den 90ern passierte das, was mit so ziemlich allem in den 90ern passierte. Roland Emmerichs Version war bunt und zeugte von zu vielen schlechten Drogen. Wie bei „Der Berg ruft“ von K2 aus dem gleichen Jahrzehnt wünscht man sich, man hätte es vergessen, aber irgendwie war’s dann doch ein wesentlicher Teil unserer Adoleszenz, da kann man nichts machen. Gareth Edwards schließlich brachte das Monster mit seinem gelungenen Film in unsere Zeit. Fünf Jahre später darf nun Michael Dougherty dieses Erbe fortführen. Und es zeigt sich rasch: Godzillas Fußstapfen sind ihm viel zu groß. Denn „Godzilla II: King of the Monsters“ ist dermaßen verunglückt, dass ich gar nicht weiß, wo ich überhaupt anfangen soll. In aller Kürze die allergröbsten Probleme des Filmes aufgelistet: Wirklich jeder Charakter, und das ohne Ausnahme, verhält sich so dumm wie nur irgendwie möglich, um sich in unnötige Gefahren zu bringen, die dann eh gut ausgehen. Weil: Egal, wie aussichtslos die Lage ist und egal, wie weit Godzilla vom Geschehen entfernt ist, man kann sich darauf verlassen, dass Deus ex Machina genau in diesem Moment loslegt, wenn der strunzdumme Charakter schon die Augen zum seligen Ableben geschlossen und die letzte Ölung erhalten hat. Wirklich. Jedes. Mal. Dann: Die Action. Mehr soll es sein, spektakulärer, imposanter. Ja, lassen wir doch einfach ein paar Riesenmonster die Erde zerstören und sich dann gegenseitig bekämpfen. An sich eine gute Idee. Aber in dem ganzen CGI-Gewitter fehlt dann schnell der Überblick, es knallt und fetzt und explodiert um die strunzdummen Charaktere herum (die dann mit ihren Helikoptern auch noch immer strunzdumm zwischen den Riesenmonstern herumfliegen müssen anstatt sich in Sicherheit zu bringen), sodass selbst Michael Bay davon einen epileptischen Anfall bekommt. Das hat Gareth Edwards mit seinem Film um ganze Godzilla-Schrittlängen besser hingebracht. Es reicht für eine gelungene Actionszene halt nicht, mehr Schnitte in eine Sekunde zu packen als Blümchens „Herz an Herz“ Beats hat. Nein, man sollte schon noch wissen, was passiert. Und dann wäre als riesengroßes Grundproblem noch die komplett fehlende Logik. Ja, es ist ein Fantasy-Film mit Riesenmonstern. Da muss nicht alles Sinn machen. Aber zumindest sollte der Film in sich geschlossen eine gewisse Grundlogik aufweisen. Dazu gehört zum Beispiel, dass sich Riesenmonster nicht beamen können. Und all das sind wirklich nur die größten Probleme des Films kurz umrissen, da bin ich noch nicht einmal ansatzweise ins Detail gegangen. Was für ein dummer Film. Die 2,5 Punkte gibt’s nur als Bonus für das Mitleid mit dem armseligen G’schau der Echse, das besagt: „Hey, ich habe ja auch keinen Bock auf den Mist und würde stattdessen viel lieber am Meeresgrund chillen, aber ich wurde vertraglich verpflichtet.“ Allein Roland Emmerich freut sich. Sein Film ist nicht mehr die schlechteste Godzilla-Verfilmung.


2,5
von 10 Kürbissen

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