Flucht in Ketten (1958)

Regie: Stanley Kramer
Original-Titel: The Defiant Ones
Erscheinungsjahr: 1958
Genre: Thriller, Krimi
IMDB-Link: The Defiant Ones


Der Film legt einen Blitzstart hin. Gerade noch trällert Noah Cullen (Sidney Poitier) einen Song im Gefangenentransporter, so kommt dieser auch schon von der Straße ab, überschlägt sich ein paar Mal, und ab geht’s in die Wälder und Sümpfe, denn so eine Fluchtmöglichkeit möchte man natürlich nicht verstreichen lassen. Blöd nur, dass Cullen angekettet ist. Und am anderen Ende der Kette hängt John Jackson (Tony Curtis) dran, der wenig erfreut darüber ist, zum Synchronschwimmpartner eines Schwarzen geworden zu sein. Aber Freiheit ist dann doch das höchste Gut, also arrangiert man sich miteinander. Zumal einem der Sheriff (Theodore Bikel) samt Hilfssheriffs und Hundemeute schon auf den Fersen ist. „Flucht in Ketten“ von Stanley Kramer ist einer jener Filme, die auf einer einfachen Prämisse basieren und kein großes Brimborium brauchen, um zu funktionieren. Die Story ist simpel: Schwarzer und weißer Strafgefangener befinden sich aneinandergekettet auf der Flucht vor der Polizei und müssen ihre jeweiligen Vorurteile überwinden, um gemeinsam erfolgreich zu sein. Ein bisschen greift der Film also den Teambuilding-Maßnahmen vor, die später in Mode gekommen sind. Dass das deutlich reduzierte Geschehen, das zudem ohne eigens geschriebener Filmmusik auskommt, funktioniert, liegt vor allem an den Darstellern. Wirklich jeder macht hier einen großartigen Job, und so verwundert es nicht, dass sich sowohl Curtis als auch Poitier über Nominierungen als bester Hauptdarsteller freuen konnten, Bikel als bester Nebendarsteller und Cara Williams als beste Nebendarstellerin nominiert wurden. Diese ausgezeichneten Leistungen tragen einen hochgradig relevanten Film über den Abbau von Ressentiments und von Rassenhass, der ansonsten in seiner Simplifizierung vielleicht etwas plump geraten hätte können. So aber bleibt jeden Minute spannend und interessant, und die Botschaft hat bis heute (leider) ja nichts von ihrer Aktualität verloren. Nettes Detail am Rande: Tony Curtis setzte sich persönlich dafür ein, dass sein Partner Sidney Poitier ein besseres Gehalt bekam, da es damals unüblich war, schwarze Schauspieler angemessen zu entlohnen.


8,0
von 10 Kürbissen

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