29 … und noch Jungfrau (2007)

Regie: Holger Haase
Original-Titel: 29 … und noch Jungfrau
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Rom-Com
IMDB-Link: 29 … und noch Jungfrau


Man darf sich das so vorstellen: Ein Abend in einer Pension in der ungarischen Einöde. Der Kürbis eures Vertrauens hat eine Rad-Tour in den Beinen (und ein gebrochenes Schlüsselbein, wie sich später herausstellen soll), ist also ziemlich müde, es regnet, und irgendwie muss man die Zeit zwischen Abendessen und Schlafenszeit überbrücken. Also Fernsehen. Doch es zeigt sich, dass nur zwei deutschsprachige Sender störungsfrei empfangen werden können: ORF 1 und ATV 2. Mehr ist nicht drinnen. Und da auf ORF 1 der schon bekannte Film Mamma Mia! läuft, lässt man sich also auf das Wagnis „29 … und noch Jungfrau“ von Holger Haase ein. Um es kurz zu machen: Mamma Mia! Was für ein Machwerk! Dieser Haase hat offenkundig keine Ahnung, wie der Hase läuft. Denn im Schatten des zwei Jahre zuvor erschienenen Kassenschlagers „Jungfrau (40), männlich, sucht …“ mit Steve Carell läuft hier die deutsche Komödie zu ihrer phänomenal schlechtesten Form auf. Seien es die grottigen Darsteller und Darstellerinnen, von denen lediglich Oliver Wnuk durch ein verpeilt-sympathisches Spiel und die bemühte, aber letztlich vom Drehbuch überrollte Anna Kubin in der Hauptrolle der ungevögelten, aber liebestollen Vic einigermaßen erträglich sind, sei es die frauenfeindliche Prämisse des Films und die konsequente Umsetzung deren in einem hundsmiserablen Drehbuch, das wirklich alle unlustigen Klischees auf die denkbar unlustigste Art und Weise zusammenpantscht, sei es die Tatsache, dass man ungelogen nach fünf Minuten bereits genau weiß, wie der Film enden wird (mein radelnder Weggefährte, der mit mir diesen Ritt durch die Abgründe des Filmschaffens gewagt hat, ist Zeuge meiner Prognose und deren Erfüllung) – hier passt einfach gar nichts. Und dabei ist der Film noch so schlecht und banal und fetzendeppert, dass man sich nicht einmal anständig darüber ärgern kann. Dann lieber fünfmal in Folge die singende Meryl Streep am Stück, bevor man sich dieses Waterloo auch nur ein einziges weiteres Mal antut.


1,5
von 10 Kürbissen

9 Kommentare

  1. … mehr als der film würde mich jetzt in der tat interessieren, wie es zu dem gebrochenem schlüsselbein kam ? du machst radtouren ? das wäre dann ein zweiter gemeinsamer punkt, denn ich bin durch die schweiz, slowenien, 2x griechenland und kreuz und quer durch ö gestrampelt… das ist allerdings schon eine weile her.

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    1. Das mit dem Schlüsselbein ist leicht erklärt: Ich auf dem Rad, weiche einer Passantin mit Hund großräumig aus, lege das „großräumig“ etwas zu weit gefasst aus, komme also aufs Bankett, auf den Randstein – und Abflug.

      Ich muss aber gestehen, dass ich zwar gern mit dem Fahrrad fahre, aber solche Touren, wie du sie gemacht hast, wären für mich undenkbar. Bin eher der Schönwetter-Fahrer am Neusiedler See. Die Tour (ca. 90 km an zwei Tagen, eigentlich hätten es 120 km sein sollen, aber da haben Wetter und Schlüsselbein am zweiten Tag nicht mehr mitgemacht) war so gerade richtig, aber ambitionierter denke ich da einstweilen nicht.

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  2. Ich bin grad auf dem Heimweg nach drei Wochen Wanderurlaub in Tirol. Bloss gut, dass bei uns der Fernseher ausblieb.
    In Sachen Schlüsselbein, gute Besserung. Wie wird sowas eigentlich behandelt?

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    1. Danke dir!

      Wenn ich Glück habe, dann geht’s konservativ ohne OP. Im Moment liegt der Knochen recht freundlich, so kann er bleiben. Dann heißt es: Ca. vier Wochen lang einen Rucksack-Verband zum Stützen tragen, und danach langsam wieder aufbauen. Wenn sich der Knochen noch verschieben sollte, muss ich unters Messer.

      Ich hoffe, du hattest einen schönen (und sturzfreien) Urlaub! :-)

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      1. Na, so einen Verband wünscht man sich bei den derzeitigen Temperaturen natürlich auch nicht unbedingt. Aber wenn’s denn hilft…
        Ja, danke. Tirol war phantastisch. Und gestürzt bin ich tatsächlich. In den höheren Lagen gab es noch etliche große Eis- und Schneeflächen. Hier hat es mich dann auch einmal erwischt. Aber außer einer blutigen Schramme an der Wade, ist alles glimpflich verlaufen 🤕

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      2. Na, so einen Verband wünscht man sich bei den derzeitigen Temperaturen natürlich auch nicht unbedingt. Aber wenn’s denn hilft…

        Ja, danke. Tirol war phantastisch. Und gestürzt bin ich tatsächlich. In den höheren Lagen gab es noch etliche große Eis- und Schneeflächen. Hier hat es mich dann auch einmal erwischt. Aber außer einer blutigen Schramme an der Wade, ging’s es glimpflich aus. 🤕

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    1. Senhor Vinho ist kein Problem. Das hilft sicherlich der Genesung. :-) Danke für deine Besserungswünsche. Und wegen der Schlemmerei reden wir uns noch zusammen. Ich würde eh gerne vor deren Sommerpause noch mal bei unseren Lieblingsportugiesen vorbeischauen.

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      1. Über „Schlafes Bruder“ bzw. den Regisseur Josef Vilsmeier hatte ich grad jetzt im Urlaub einen interessanten Podcast gehört. Da schnitt der Film natürlich super ab. Wollte mir den eigentlich anschauen. Nun dann doch nicht? Was stört dich daran? Kann man den als Nicht-Bayer (akustisch) überhaupt verstehen? 😊

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